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SPD Sommerfest auf dem Marktplatz: Der eigenen Kraft vertrauen

SPD Sommerfest auf dem Marktplatz : Der eigenen Kraft vertrauen

Von Simon Hopf Das lange Warten verkürzten sich die Genossen mit Waffeln, Wurst und Reibekuchen bei flotten Salsa-Rhythmen und kühlen Getränken. Dann endlich konnte Edmund Feuster, Landtagsabgeordneter und SPD-Spitzenkandidat für den Chefsessel im Grevenbroicher Rathaus, den Höhepunkt des SPD Sommerfestes auf dem Marktplatz ankündigen: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück.

Von Simon Hopf Das lange Warten verkürzten sich die Genossen mit Waffeln, Wurst und Reibekuchen bei flotten Salsa-Rhythmen und kühlen Getränken. Dann endlich konnte Edmund Feuster, Landtagsabgeordneter und SPD-Spitzenkandidat für den Chefsessel im Grevenbroicher Rathaus, den Höhepunkt des SPD Sommerfestes auf dem Marktplatz ankündigen: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück.

Dieser war gerade erst wieder aus Berlin eingeflogen, hatte zuvor mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering diskutiert. Den verbalen Sprung vom Konferenztisch mit denen "da oben" auf die Bühne vor den Genossen an der Basis "da unten" schaffte Steinbrück mühelos. Wichtig für Grevenbroich: Der Ministerpräsident legte ein eindeutiges Bekenntnis für den Energiestandort Grevenbroich ab: "Wir brauchen die Kraftwerke!"

Die Landesregierung wolle für Verlässlichkeit sorgen. Das Kraftwerkserneuerungsprogrammvon RWE Power sichere Arbeitsplätze, nutze der Weiterentwicklung der Kraftwerkstechnik und diene dem Klimaschutz, meinte der Ministerpräsident, der im Anschluss an die Kundgebung zu Gesprächen im Kraftwerk Neurath erwartet wurde. Zu Beginn hatte Steinbrück die Genossen auf das Reformpaket der Bundesregierung eingeschworen. Man müsse sich den Herausforderungen stellen, auch wenn es Schweiß und Tränen koste, so der Tenor.

"Es kann nicht so bleiben, wie es ist", rief er den Zuhörern zu, gestand jedoch ein, dass es durchaus strittige Punkte gebe, über die man diskutieren könne, so beim Kündigungsschutz oder der Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Von einem vermeintlichen Abriss des Sozialstaats wollte Steinbrück jedoch nichts wissen. Er brandmarkte die auch "von befreundeten Gewerkschaften" bemühte Argumentation vom "Kahlschlag" als "maßlos".

Anschließend präzisierte Steinbrück noch einmal das, was sozialdemokratische SPD seiner Meinung nach ausmacht: Es gelte, die Menschen "vor den Lebensrisiken zu schützen" und einen handlungsfähigen Staat "im Sinne der Schwachen" zu erhalten. Auch das gleiche Recht auf Bildung sprach er dabei an und appellierte an den "Kitt der Gesellschaft", die zusammenhalten müsse. Allerdings kam Steinbrück nicht umhin, auch das derzeitige Umfragetief der SPD anzuschneiden. Davon sollten sich die Mitstreiter jedoch nicht entmutigen lassen.

"Mehr Selbstbewusstsein und der eigenen Kraft vertrauen" heiße die Devise. Darauf hatte im Vorfeld schon Edmund Feuster angespielt, schließlich sei das SPD-Sommerfest nicht umsonst direkt vor dem Rathaus angesiedelt worden, meinte der Herausforderer von Theo Hoer. Als die Glocke St. Peter und Paul dann 17 Uhr schlug, gab Feuster das Startsignal: "Die heiße Phase des Wahlkampfs beginnt in dieser Minute!"

(NGZ)