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Grevenbroich: Der Chef der großen Präsidentenrunde

Grevenbroich : Der Chef der großen Präsidentenrunde

Das Gremium löst übergreifende Probleme der 21 Gemeinschaften. An der Spitze steht Theo Lys, der selbst gar kein Schützen-Präsident ist.

Die Grevenbroicher Präsidentenrunde war lange Zeit einzigartig im Rhein-Kreis Neuss, inzwischen gibt es sie auch in anderen Kommunen wie Rommerskirchen oder Jüchen. Die Chefs von 21 Bruderschaften, Kirmesgesellschaften, Schützen- und Heimatvereinen aus dem gesamten Stadtgebiet treffen sich regelmäßig am runden Tisch, um aktuelle Probleme rund um das Sommerbrauchtum zu diskutieren. An ihrer Spitze: Theo Lys aus Mühlrath. Er schafft es, die Grevenbroicher Schützenbosse unter einen Hut zu bekommen und behält den Überblick. Dabei helfen ihm sein Stellvertreter, der zweite Vorsitzende Lothar Zimmermann, und Geschäftsführer Ferdi Korte.

Eine Besonderheit: Theo Lys ist zwar Präsident der Präsidentenrunde, er steht aber nicht - wie die anderen - an der Spitze einer der 21 Schützengemeinschaften. Viele Jahre lang war der Mühlrather Brudermeister der St.-Sebastianus-Bruderschaft Hülchrath. 2011 trat er nicht mehr an. "Irgendwann ist es an der Zeit, in die zweite Reihe zu treten und der Jugend den Vortritt zu lassen", sagt Lys, der Ehrenbrudermeister der Sebastianer ist.

Doch in der Präsidentenrunde mischt er vorn mit. Dabei kommt ihm seine besonnene und integrierende Art zu Gute - sein Wort hat Gewicht. "Die Präsidentenrunde in ihrer heutigen Form gibt es seit 2000 - ich war von Anfang an dabei", erinnert sich Lys, der seit sechs Jahren den Vorsitz hat. "In loser Form hat es sie aber eigentlich schon immer gegeben." Bei den Treffen, die kaum ein Verein versäumt, werden aktuelle Dinge besprochen. "Zum Beispiel wollen wir die Anmeldeformulare auch digital anbieten. Zwar kann man sie inzwischen auch ausdrucken, aber sie sollen digital bearbeitet werden können. Das ist eine Erleichterung für die Geschäftsführer. Da befinden wir uns auf einem guten Weg", sagt der Mühlrather. Außerdem sucht die Präsidentenrunde derzeit nach einem neuen Anbieter für die Stromversorgung auf den Kirmesplätzen und in den Festzelten. "Wir haben zwar keine großen Probleme, aber natürlich muss sich alles erst noch einspielen." Daneben seien stets die Wasserversorgung und Platzbestückung Themen in den Runden. "Für alles andere sind die Vereine selbst zuständig. Es ist wichtig, dass sie ihre Eigenständigkeit behalten", betont Lys, der einen Grundsatz der Runde hervorhebt: "Wir sagen nicht: ,Ihr müsst', sondern wir fragen: ,Wie können wir das Problem gemeinsam lösen?'."

Ein weiteres Thema: Ferdi Korte aus Neurath hat federführend eine Interessensgemeinschaft gegründet, die sich mit der Gema befasst und in der alle Vereine die Musikbeiträge anmelden, dafür auch einen Bonus bekommen.

Bei den Treffen haben die Schützen-Chefs ein offenes Ohr für die Probleme der kleineren Vereine - denn die könnten ja auch zu Problemen für die großen werden. "Die Mitgliederzahlen der Vereine stagnieren zwar, dennoch hat das Brauchtum einen hohen Stellenwert. Wir wollen verdeutlichen, dass wir nicht nur vier Tage im Jahr Schützenfest feiern. Viele sind auch in der übrigen Zeit ehrenamtlich aktiv und setzen sich für andere ein. Sie machen darum allerdings nicht viel Aufhebens", betont Lys.

(NGZ)