Grevenbroich: Der Barbier von Grevenbroich

Grevenbroich: Der Barbier von Grevenbroich

Selim Altay aus Grevenbroich beherrscht das Rasieren nach alter Barbierskunst. Zum heutigen weltweiten "Ohne-Bart-Tag" gibt der 27-Jährige Tipps zur perfekten Rasur. Doch er appelliert: Männer, lasst die Bärte dran.

Heute ist "No beard day", der internationale "Ohne-Bart-Tag". Eigentlich der perfekte Tag, um den von der Partnerin schon lange verfluchten Bart endlich abzunehmen. Selim Altay sieht das anders. Er verteidigt die Manneszierde: "Bart tragen ist wieder in — und ein schön geschnittener Bart kann sehr ästhetisch sein."

Foto: Michael, Reuter

Seit drei Jahren arbeitet Altay als Friseur im Familien-Salon an der Bahnstraße. Was er in seiner Ausbildung nicht gelernt hat, hat er sich selber bei einem türkischen Barbier angeeignet: die Kunst des Bartscherens. "Mich hat das fasziniert — und ich wollte mehr darüber erfahren, zumal ich selber auch einen Bart trage", sagt Selim Altay.

Selim Altay rasiert in seinem Friseursalon noch auf traditionelle Weise (oben). Auch das Ausbrennen der Haare in den Ohren (unten links) und das Stutzen der Augenbrauen gehört zu seinen Dienstleistungen (unten rechts). NGZ-Fotos (2) Reuter/ Berns Foto: Michael, Reuter

In Grevenbroich ist der 27-Jährige einer der letzten Barbiere. Auch in ganz Deutschland gibt es immer weniger Friseure, die die traditionelle Rasur mit der Messerklinge beherrschen. Obwohl sich gegenüber den alten Methoden einiges verändert hat: "Natürlich schneiden wir nicht mehr nur mit einem Messer, das immer wieder geschärft werden muss. Das ist wegen der Gesundheitsverordnungen nicht mehr möglich", erklärt Altay. Er rasiert mit Einwegmessern, die in eine Vorrichtung eingespannt werden. "Das ist hygienischer und geht einfacher. Obwohl ein frisch geschärftes Messer immer noch besser ist", sagt der junge Barbier.

Auch für die Heimrasur hat der 27-Jährige einige Tipps: "Es ist wichtig, immer mit der Wuchsrichtung zu rasieren. Außerdem sollte die Klinge nur in einem Winkel zwischen 30 und 45 Grad aufgesetzt werden. Zuvor sollte man sich natürlich gut einschäumen", rät Altay. Nach der Rasur empfiehlt er, die Haut einzucremen und mit einem After Shave zu entspannen. "Das ist wichtig, da die Haut bei der Rasur sehr gereizt wird", sagt der Barbier.

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Gerade am Wochenende kommen viele Menschen in den Salon an der Bahnstraße, um sich den Bart stutzen zu lassen oder sich einer vollständigen Rasur zu unterziehen. "Vor allem samstags kommen viele junge Menschen zu mir. In der Woche kommen meist ältere Herren, die eine Rasur zu Hause nicht mehr schaffen", berichtet der Grevenbroicher.

Doch nicht nur die Komplettrasur bietet der 27-Jährige an. Auch verschiedene Formen und Längen für Bartträger rasiert der junge Friseur. Seiner Erfahrung nach muss der Bart nicht zwingend ab. "Jürgen Klopp oder George Clooney sind nur zwei Beispiele für erfolgreiche Männer mit Bart. Das macht die Gesichtsbeharrung so populär", meint der Friseur.

Dennoch: Selbst am "Ohne-Bart-Tag" kann auch eine Rasur ganz entspannend sein. "Und damit tut man auch der Liebsten einen Gefallen", sagt Selim Altay.

(NGZ/rl)
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