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Grevenbroich: Der Bahnhof wird schöner

Grevenbroich : Der Bahnhof wird schöner

Im Grevenbroicher Bahnhof sind die Handwerker eingezogen: Bis Ende August soll das Gebäude heller und freundlicher gestaltet werden. Die Bahn investiert rund 300 000 Euro in das Projekt.

Steffen Glasnek umschreibt es charmant. Er sei halt ein "altes Schätzchen", der Grevenbroicher Bahnhof, und brauche dringend eine Auffrischung. Dafür hat der Leiter des Aachener Bahnhofsmanagements unlängst grünes Licht gegeben: 300 000 Euro werden jetzt in die Verschönerung des in die Jahre gekommenen Gebäudes investiert. Das Projekt steht unter dem Motto "Licht und Farbe" — dieser Titel ist Programm.

"Der Bahnhof wird in den nächsten Wochen heller und freundlicher gestaltet", sagt Glasnek. Der Mann, der für insgesamt 63 Bahnhöfe zuständig ist, meint damit vor allem das Empfangsgebäude. Dort werden die Wände ausgebessert, die Decke gestrichen und moderne Leuchten installiert. Ebenso wird es neue Eingangstüren geben, zwei von ihnen werden sich künftig automatisch öffnen — um Behinderten und Senioren mit Rollatoren den Zugang zu erleichtern.

Der Fußboden bekommt einen rustikalen Belag aus Granit, in den ein Leitsystem für Sehbehinderte und Blinde eingebaut wird. "Das werden wir über den Bahnhofsvorplatz bis hin zum Fußgängerweg fortsetzen", kündigt der städtische Planungsdezernent Werner Hoffmann an. Letztlich soll auch der Außenfassade ein neuer Anstrich verpasst werden, die Stadt bringt indes die Grünanlagen auf Vordermann. "Die wesentlichen Arbeiten wollen wir bis zum 31. August erledigt haben — das ist ein ehrgeiziges Ziel", meint Steffen Glasnek.

Das komplette Sanierungsprogramm macht nicht jedem Freude. Zumindest einen Punkt bittet Marlies Harlos vom Servicestore des Bahnhofs noch zu überdenken. Sie lehnt die in der Eingangshalle geplanten Bänke ab. "Sie könnten ein Publikum anziehen, das wir hier eigentlich nicht wollen", befürchtet die Frau aus dem Kiosk. Steffen Glasnek will diese Verbesserung noch einmal überdenken.

Werner Hoffmann hatte sich in der Vergangenheit energisch für die Sanierung eingesetzt — er hofft nun darauf, dass die Bahn möglichst zügig eine weitere Baustelle im Stadtgebiet in Angriff nehmen wird: den Bahnhof in Gustorf, ein weiteres "altes Schätzchen", das der Planungsdezernent gerne in die Kategorie "Wildwest" einordnet. Aus Sicht der Stadt muss vor allem der 144 Meter lange Bahnsteig dringend erneuert werden.

Problem erkannt, signalisiert Steffen Glasnek. Die Mitarbeiter seiner Abteilung hätten für dieses weitere Projekt bereits eine Kostenschätzung beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eingereicht, der Zuschüsse in Aussicht stellt. Das Projekt soll zwischen 600 000 und eine Million Euro kosten. Auch die Stadt muss dafür eine Zuwendung geben. Der Planungsausschuss wird darüber im Herbst diskutieren.

(NGZ/rl)