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Grevenbroich: Demografie: Stadtverwaltung zum Handeln aufgefordert

Grevenbroich : Demografie: Stadtverwaltung zum Handeln aufgefordert

Die Bevölkerung wird älter. Wie muss die Stadt auf den demografischen Wandel reagieren? Die Stellungnahmen der Ratsfraktionen:

CDU In Ausschüssen und Rat müssen künftig die neuesten Erkenntnisse über die demografische Entwicklung berücksichtigt werden, sagt Spitzenkandidat Norbert Gand. Für ihn wichtig: Der Demografiebericht prognostiziert bis zum Jahr 2022 leicht sinkende Schülerzahlen, ohne dass es zu dramatischen Einbrüchen komme. "Im Einzelfall ist die Entwicklung unterschiedlich, das muss bei den jeweils zu treffenden Entscheidungen berücksichtigt werden. Wir müssen künftig ein für alle Bedürfnisse attraktives Schulsystem vorhalten", so Gand.

SPD Die SPD sieht in dem von ihr beantragten Demografiebericht einen ersten Schritt, um fundierte Aussagen über die Bevölkerungsstruktur in Grevenbroich zu erhalten. "Leider hat die Verwaltung unter der Führung der Bürgermeisterin daraus keine weiteren Handlungsschritte eingeleitet", sagt Parteichef Daniel Rinkert. Damit der demografische Wandel "nicht weiter verschlafen wird", fordert die SPD die Einführung eines jährlichen Sozialberichts - als Grundlage für die Steuerung von Unterstützungsmaßnahmen im "Quartier". Außerdem müsse die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum schrittweise weiter umgesetzt werden.

UWG Nach Meinung der UWG reagiert die Verwaltung zu zögerlich auf den Demografiebericht. "Bis 2022 gibt es sowohl einen Bevölkerungsrückgang als auch das Problem der Überalterung", warnt Spitzenkandidat Carl Windler. So müsse für Ältere etwa der Nahverkehr von den Stadtteilen in die City verbessert werden. "Auch sollte die Verwaltung langfristig zum Bürger kommen", meint Windler: "Städtische Mitarbeiter sollten mit mobilen Büros die Stadtteile aufsuchen, um Sprechstunden oder Antragsannahmen abwickeln zu können." Dies sei bürgernah und mit einer Kostenersparnis verbunden.

FDP "Der Demografiewandel wird von der Verwaltung seit Jahren konsequent ignoriert", kritisiert Spitzenkandidat Markus Schumacher. Zwar habe die FDP seit 2010 in mehreren Anträgen Wege aufgezeigt, wie die Stadt den demografischen Wandel aktiv gestalten kann - doch: "Diese Anträge verschwinden leider in den Verwaltungsschubladen". Die Liberalen fordern, dass künftig vor jeder politischen Entscheidung im Rat ein Demografie-Check durchgeführt wird, um Konsequenzen für die Stadt auszuloten.

Grüne Sobald die im Bau befindlichen Altenheime fertig sind, wird Grevenbroich in mehr als ausreichendem Maß versorgt sein, meint Spitzenkandidat Dirk Gawlinski. Auch mit altengerechtem und betreutem Wohnen sieht er die Stadt gut aufgestellt. "Was fehlt, ist ein Plan, der vorhandene Defizite aufzeigt. Dieser muss mit den Senioren diskutiert werden", so Gawlinski.

(NGZ)