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Grevenbroich: Das Rennfahrerblut liegt in der Familie

Grevenbroich : Das Rennfahrerblut liegt in der Familie

Früher war Jörg Otto als Motorsportler erfolgreich, jetzt trainiert er seinen Sohn Nicholas. Zusammen will das Vater-Sohn-Gespann Rennen gewinnen.

Vorsichtig zieht der 14-jährige Nicholas Otto die Plane herab. "Das ist mein Kart", erklärt er. Nicholas fährt Motorsportrennen. Anfang des Jahres hat er in seiner Altersklasse den Winterpokal in Kerpen gewonnen. Die nächsten Wettkämpfe stehen vor der Tür, und dabei möchte er eine Familientradition fortsetzen. Denn das Interesse für Motorsport liegt Nicholas im Blut. Sein Vater Jörg Otto (46) macht schon seit 15 Jahren Motorsport — und hat einige Erfolge vorzuweisen.

1999 gründeten er und Artur Erkes das Captain Racing Team. Der größte Triumph des Teams: Platz sechs beim "24-Stunden-Rennen" auf der Nordschleife am Nürburgring. Das ist zehn Jahre her. Die Erinnerung aber verblasst nicht. Bei mehr 250 Startern als bestes Porsche Privatteam über die Ziellinie zu fahren, war für die Grevenbroicher Rennfahrer etwas ganz Besonderes.

Nach 2004 ist es allerdings ruhig geworden um Jörg Otto. Er fuhr immer weniger Rennen, zog sich zurück. Das liegt aber nicht an Wettkampfniederlagen oder fehlendem Interesse. Die Nordschleife liegt Otto immer noch besonders am Herzen. "Ich bin diese Strecke oft gefahren. Das ist und war immer wieder eine große Herausforderung für mich", sagt er.

Geboren ist Jörg Otto in Düsseldorf. Seit seiner Kindheit lebt er in Grevenbroich. Hauptberuflich arbeitet der 46-Jährige als Steinmetz und Bildhauer im Familienunternehmen an der Daimlerstraße. Der Motorsport ist seine große Freizeit-Leidenschaft. Jörg Otto bezeichnet sich als Amateur auf hohem Niveau, der nur noch hobbymäßig unterwegs ist. "Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte. Jetzt möchte ich mich mehr auf meinen Sohn konzentrieren." Gemeinsam mit zwei anderen Jugendlichen gehört Nicholas zum Captain Racing Juniorteam. Bisher trainiert der Vater nur seinen Sohn Nicholas. Ab nächstem Jahr wird er auch die beiden anderen Jungen unterrichten.

Im März diesen Jahres ist Nicholas zum ersten Mal ein Formelauto gefahren — einen Formel Renault Junior. Vor zwei Wochen hat er dann seinen eigenen Wagen bekommen. Im Gegensatz zu seinem Vater Jörg Otto, der seine Wettkämpfe stets mit einem Porsche bestritt, wird Nicholas in Zukunft einen Renault fahren. Den Wagen haben sie gemeinsam in Le Mans (Frankreich) abgeholt.

Jetzt hat Nicholas, der das Gymnasium in Jüchen besucht, Sommerferien. Mehr trainieren wird er trotzdem erst im Herbst. Die offizielle Saison beginnt erst am Ende des Jahres. Trotzdem werden Vater und Sohn die freie Zeit nutzen, sich an das neue Auto zu gewöhnen.

Von nun an werden sie also gemeinsam unterwegs sein. "Ich möchte für meinen Sohn ein guter Trainer sein", sagt Jörg Otto und lächelt. Aber das gelte natürlich auch für die anderen zwei Jungen, die er bald ebenfalls trainieren wird. Aber Jörg Otto ist vor allem auch Vater: "Ich wünsche meinem Sohn vor allem Gesundheit. Das ist wichtiger als jeder Sieg im Rennsport."

(NGZ)