1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Das Millenium-Baby wird 11

Grevenbroich : Das Millenium-Baby wird 11

Das Grevenbroicher Millenium-Baby ist schon lange kein Baby mehr: Linda Zander wird morgen, am 1. Januar 2011, elf Jahre alt. Um das gebührend zu feiern, hat sie ihre Freunde zu einer großen Übernachtungsparty eingeladen.

Das neue Jahrtausend war gerade einmal zweieinhalb Stunden alt, da kam Grevenbroichs erstes Millenium-Baby zur Welt: Am 1. Januar 2000 um genau 2.27 Uhr wurde Linda Zander, 54 Zentimeter groß, im Kreiskrankenhaus geboren. Morgen, am 1. Januar 2011, wird sie elf Jahre alt — eine einfache Rechnung. Um das zu feiern, hat sie in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar eine große Übernachtungsparty für ihre Freunde geplant. "Für die ist das Geburtsdatum gar nichts Besonderes. Nur meine Lehrer sprechen mich manchmal darauf an, wenn es ihnen auffällt", erzählt die gerade noch zehnjährige Linda, die aufs Grevenbroicher Erasmus-Gymnasium geht. Dort sind ihre Lieblingsfächer zurzeit Sport und Kunst.

Dass Linda das erste Millenium-Baby wurde, hat sie ihrer Ungeduld zu verdanken. Ihre Mutter Mary Zander (46) erinnert sich: "Eigentlich war der 5. Januar als Geburtstermin errechnet." Und sie habe gebetet, dass es auf keinen Fall Silvester wird, erzählt sie: "Kraft des positiven Denkens hat es dann ja auch geradeso geklappt." Familie Zander wollte Silvester zu Hause feiern, hatte ein paar Freunde eingeladen. "Lindas Bruder Max war damals noch nicht einmal zwei Jahre alt." Es stellte sich heraus, dass gute Freunde auch gute Babysitter sein können. Pünktlich um Mitternacht — als das Krankenhauspersonal mit Familie Zander auf das neue Jahr anstoßen wollte — gingen bei Mary Zander die Wehen richtig los.

Zwei ihrer Freundinnen feierten derweil bei Zanders zu Hause das neue Jahr — ohne die Eltern, dafür mit Baby Max. Um sechs Uhr morgens kamen die — nun zweifachen — Eltern mit ihrem Millenium-Kind wieder nach Hause. Und Max durfte sich über eine Schwester freuen. Heute geht der Zwölfjährige wie seine Schwester ebenfalls aufs Erasmus-Gymnasium, allerdings schon in die sechste Klasse.

Vater Dieter Zander (56) weiß noch genau, wie es war, als er vor knapp elf Jahren seine Tochter beim Amt anmelden wollte: "Ein anderes Millenium-Kind wurde schon vor Linda gemeldet. Aber der Beamte verriet uns, es sei später geboren als Linda." Es komme schon ab und zu vor, dass Leute fragen, ob es geplant war. Aber das kann Dieter Zander verneinen: "Beide unsere Kinder sind einfach was Besonderes. Da ist das Geburtsdatum doch ziemlich zweitrangig", sagt er.

Der einzige Nachteil, den Linda aber mit vielen anderen teilt: Wenn Weihnachten und der eigene Geburtstag so dicht beieinander liegen, wird es schwer mit den Geschenken. "Meine Weihnachtswünsche wurden alle erfüllt", berichtet Linda. Was es morgen noch an Geschenken gibt, da lässt sie sich überraschen. Sicher ist: Heute wird erstmal in das neue Jahr mit den Eltern, Bruder Max und Familienhund Joschi gefeiert. Morgen ist dann der Geburtstag dran — und Linda die Hauptperson.

(NGZ)