Das Grevenbroicher Erasmus-Gymnasium hat sich erfolgreich als Europaschule qualifiziert.

Besondere Auszeichnung : Erasmus-Gymnasium wird Europaschule

Im November erhält das Gymnasium die offizielle Anerkennung. Geld gibt es dafür keines, das Label muss hart erarbeitet werden. Dafür winkt die Zusammenarbeit mit anderen Europaschulen.

„Von der Schülerschaft her sind wir längst Europa“, erklärt Rektor Michael Collel. „Warum also sollen wir uns nicht auch danach benennen, was wir im Inneren sind?“, fragt der Schulleiter rhetorisch. Denn das Erasmus-Gymnasium, einst städtisches Gymnasium, bekommt einen neuen Zusatznamen. Am 25. November wird es in Düsseldorf als Europaschule zertifiziert.

Die Kriterien dafür sind streng, nach einer schriftlichen Bewerbung seitens des Gymnasiums mit konzeptioneller Beschreibung des pro-europäischen Schulprogramms erfolgte ein Besuch vor Ort seitens der Kommission plus abschließender Präsentation der Lehranstalt, was das Erasmus-Gymnasium als Europaschule kennzeichnet. „Nach dieser Prüfung auf Herz und Nieren fiel das Votum einstimmig für uns als Europaschule aus“, freuen sich die Lehrer.

Michael Collel (l.) und Christian Portleroi in der Europa-Ecke. An der Pinwand tauschen Schüler internationale Neuigkeiten aus. Foto: Dieter Staniek

Das Siegel, führt Michael Collel aus, ist eine Auszeichnung für das Lehrprogramm. Eine Anerkennung für das, was seit 2011 als starkes Sprachangebot an der Schule existiert. Zum Fremdsprachenkanon zählen Englisch, Französisch, Spanisch, natürlich Latein und neuerdings Italienisch. „Internationale Begegnungen sind wichtig“, erklärt Christian Portleroi, Lehrer für Französisch und Geschichte und nun Europa-Koordinator.

Weil die jungen Leute nicht bloß die Nase in die Bücher stecken sollen, sondern Praxiserfahrungen immens wichtig seien, werde ein Fokus auf berufliche Praktika als Vorbereitung auf die internationale Arbeitswelt gelegt – nach England ab der fünften Klasse, zu verschiedenen Zielen in Frankreich ab Jahrgang sechs.

„Diese Austausche sind mehr als bloß eine Reise“, sagt Christian Portleroi. Bei Studienfahrten nach Paris geht es nicht allein um kulturelle und historische Impulse. „Um die Sprache anzuwenden, veranstalten wir auch Straßeninterviews mit Passanten zu einem vorher festgelegten Thema.“ Dieser starke bilunguale Zweig bringt den Absolventen ein Quäntchen mehr Internationalität. „Europa zu denken und zu leben ist philosophische Grundhaltung“, formuliert es Michael Collel.

Durch Begegnung neue Perspektiven zu entdecken und diesen Gedanken nach außen zu leben, sei Grundprinzip am Gymnasium. Und das Konzept soll weiter ausgebaut werden, wie Koordinator Portleroi über die „breit angelegte Basis, die nun mit Neuem ausgebaut und vertieft werden soll“, beschreibt. Die sogenannte Europa-Ecke ist nur ein Beispiel, hier werden internationale Nachrichten wie an einem Schwarzen Brett kommuniziert. Das Portfolio reicht von neuen Meldungen zum ewigen Brexit bis zu Sportergebnissen.

„Die Idee soll bei Schulfesten gelebt werden, findet aber auch ihren Widerhall in projektorientierten Partnerschaften“, wie der Lehrer das Konglomerat aus „Bildung, Spaß und Impulse“ zusammenfasst. „Europa-Schule zu sein ist auch ein Statement“, ist sich das Kollegium einig und auch, weil in fünf Jahren dann die Rezertifizierung ansteht, bleibt keine Zeit, sich auf Lorbeeren auszuruhen.

Geld gibt es für das neue Label allerdings keines, aber „Partizipation am Europaschulennetzwerk“, erklärt Collel. Durch diesen Austausch und die Verwobenheit mit anderen Schulen lassen sich Synergien bilden. Auch die gezielte Anmeldung für Erasmus-Förderungen werde vereinfacht.

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