Grevenbroich: Das Café Kultus bietet erstmals auch Lesungen an

Grevenbroich : Das Café Kultus bietet erstmals auch Lesungen an

Café Kultus ist Kult. Klein, aber ausgewählt, so lässt sich das hauseigene Programm beschreiben. "Wir machen Kleinkunst. Die Wohnzimmeratmosphäre ist es, die uns auszeichnet", sagt Stefan Wehlings. Er muss es wissen, er leitet die Einrichtung am Markt nicht nur. Er verantwortet ebenso, was auf die Bühne kommt. "Kommerzielle Veranstaltungen gibt es überall", hier aber zeigen Insider-Tipps ihr Können, treten sozusagen Stars in spe an, "mit denen es locker möglich ist, ins Gespräch zu kommen", sagt er. Schließlich sei das Kultus "auch eine soziale Einrichtung".

Was jetzt bis Jahresende präsentiert wird und im druckfrischen Leporello nachzulesen ist, lässt keine Wünsche offen, wie Stefan Wehlings meint. Besonders stolz ist er, das interkulturelle Band-Projekt fortsetzen zu können. "Der Auftakt im Sommer kam richtig gut an", bilanziert er den zweitägigen Workshop. Sängerin Clara Krum und der argentinische Geheimtipp Trilhas haben acht Teilnehmern von 13 bis 19 Jahren Zugänge zur Musik eröffnet. Dieses "Glanzlicht" wird am Dienstag, 10., und Mittwoch, 11. Oktober, unter neuem Schwerpunkt fortgesetzt. Kolumbien, prägnant durch eingängige Rhythmen, werden für Trilhas zusammen mit Clara Krum Workshop-Thema. Weil diese Melodien "absolut zum Tanzen einladen, wird es die Gelegenheit geben, den einen oder anderen Schritt zu lernen." Das Wichtigste aber sei das gemeinsame Konzert, sagt Wehlings.

Erstmalig dabei sind zwei Lesungen: "Ein neues Feld, auf dem wir uns ausprobieren." Entstanden ist die Idee aus den Poetry Slam-Abenden, die am Samstag, 9. Dezember, fortgesetzt werden. Alexander Bach, Kölner und Kennern als Slam-Poet und grandioser Geschichtenerzähler ein Begriff, liest am Donnerstag, 7. Dezember, aus dem von ihm verfassten Buch "Schöne Freude". "Da wollen wir die jungen Leute mitnehmen. Der Autor ist selbst jung, der ist also noch nicht so ewig weit weg von den Lebenswelten unseres Publikums", sagt Wehlings.

Mit viel, viel Musik besticht das Café Kultus bis Jahresende: "Eine Mischung teils alter bekannter und neuer Stimmen." Den Auftakt macht Samstag, 7. Oktober, eine punkige Formation namens Mädchenkapelle - in Kooperation mit der Fräuleinswunder Bar. Dort spielt am gleichen Abend das Schlagsaitenquintett. Line Bogh, eine Sängerin aus Dänemark, wird Donnerstag, 19. Oktober, aufspielen. "Sie ist unglaublich, hat eine unfassbare Stimme", schwärmt Wehlings über die Kopenhagenerin.

Außerdem dabei Konzerte mit Anna Coogan aus New York City am Dienstag, 24. Oktober, sowie dem Schweden Benjamin Folke Thomas am Donnerstag, 30. November. Beide setzen die Kultus-Songwriter- Lounge fort. "Wir wollen weiter experimentieren, 2018 zunächst im provisorischen Gebäude. Es steht die komplette Sanierung des Hauses an, weshalb das Café im Sommer auf den Innenhof ziehen wird": Den Umbau sieht Wehlings als "Chance, sich weiter neu aufzustellen".

(von)