1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Das Aus für die Erfthalle

Grevenbroich : Das Aus für die Erfthalle

RWE wird die Erfthalle nicht sponsern. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, das die Bürgermeisterin am Mittwoch mit Vertretern des Konzerns führte. Fazit: Es gibt wohl keine Rettung mehr für das Gebäude aus den 70er Jahren.

Ursula Kwasny stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "Es ist leider nichts zu machen", fasste die Bürgermeisterin ihr Gespräch mit dem RWE-Vorstand Arndt Neuhaus und dem Marketingleiter Lambert Brosch zusammen. Seit Mittwoch steht fest: Der Energiekonzern wird die Sanierung der Erfthalle nicht sponsern.

"Das Unternehmen war so etwas wie unser letzter Rettungsanker", erklärte Kwasny: "Denn aus eigener Kraft kann die Stadt dieses Vorhaben nicht finanzieren." Immerhin sei ein Betrag zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro notwendig, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen und andere Mängel in der Halle zu beseitigen – zu viel für die Nothaushaltskommune.

Warum sich RWE nicht finanziell beteiligen möchte: "Das Unternehmen ist in vielen Kommunen aktiv und will andere Städte und Gemeinden, die ähnliche Wünsche haben, weder bevorteilen noch benachteiligen. Auch ist – was das Dehoga-Gutachten belegt – die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben", argumentierte Dezernent Claus Ropertz, der mit in der Gesprächsrunde saß. Neuhaus und Brosch hätten jedoch ihre Verbundenheit mit Grevenbroich unterstrichen und weiterhin ihre Gesprächsbereitschaft signalisiert – allerdings nicht mehr in Sachen Erfthalle.

Möglicherweise aber für einen "Plan B". Über den will die Stadtverwaltung nun so schnell wie möglich mit den Frimmersdorfern reden. Ende Februar wird ein weiterer "Runder Tisch" veranstaltet, an dem über eine Alternative zur Halle diskutiert werden soll. "Wir wollen mit den Bürgern, Vereinsvertretern und Politikern, aber auch mit ortsansässigen Unternehmern gemeinsame Ideen für die Zukunft entwickeln", erklärte Ursula Kwasny.

Eine mögliche Perspektive: Auf dem Gelände der Erfthalle könnte ein "Multifunktions-Gebäude" entstehen – das könnte von den nebenan beheimateten Sportlern ebenso genutzt werden wie von anderen Vereinen und Gemeinschaften aus dem Ort. "Das Haus müsste etwa über 150 Sitzplätze verfügen, damit es für Versammlungen genutzt werden kann", betonte Ropertz. Das Schützenfest lasse sich darin allerdings nicht feiern. Würde die Erfthalle aber abgerissen, bliebe ausreichend Platz für den Aufbau eines Festzelts. "Falls diese Idee von einem multifunktionalen Gebäude Konturen bekommen sollte, könnte es weitere Gespräche mit RWE geben", unterstrich der Dezernent.

Die Bürgermeisterin will die Haushaltsklausuren der Ratsfraktionen abwarten und dann die Frimmersdorfer zur nächsten Versammlung einladen. Ihr fester Entschluss: "Wenn wir uns von der Erfthalle trennen müssen, wird das nicht ohne Ersatz geschehen. Wie eine Alternative aussehen kann, darüber muss gemeinsam mit den Bürgern gesprochen werden."

(NGZ)