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Grevenbroich: Das Aus für die Erfthalle?

Grevenbroich : Das Aus für die Erfthalle?

Düstere Aussichten für die Erfthalle: Auch nach teurer Sanierung wäre sie als Stadthalle nicht wirtschaftlich zu betreiben. Das geht aus dem Dehoga-Gutachten hervor, das gestern in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurde.

Die Rettung der Erfthalle wird wohl schwerer als gedacht: Eine Machbarkeitsstudie für den Betrieb einer Stadthalle kommt zum Ergebnis, "dass ein nachhaltig wirtschaftlicher Betrieb der Erfthalle auch nach einer vollständigen Sanierung nicht möglich ist" – unter dem Strich bleibe ein Minus. Doch da sind die erforderlichen 1,5 bis zwei Millionen Euro für die Sanierung noch nicht berücksichtigt.

Das Gutachten der Dehoga-Beratung GBS-GmbH (Dehoga: Deutscher Hotel und Gaststätten-Verband) stellten Geschäftsführer Bernd Luxenburger und Klaus Ommer gestern Abend bei der zweiten Bürgerversammlung zur Zukunft der Erfthalle vor (Bericht folgt). Einen letzten Rettungsweg sah Bürgermeisterin Ursula Kwasny vor dem Treffen darin, RWE Power für die Sanierung ins Boot zu holen. Am 2. Februar fährt sie zur Konzern-Zentrale in Essen.

Bei ihrer Machbarkeitsstudie legten die Berater recht positive Annahmen zugrunde: So gehen sie eben davon aus, dass die Veranstaltungsstätte bereits umfassend saniert ist, etwa über moderne Ton- und Lichttechnik verfügt und die Räume ein ansprechendes Ambiente aufweisen. Außerdem rechnen sie mit 60 bis 65 Veranstaltungen im Jahr in der Halle, deutlich mehr als heute.

Doch bei alledem rechne sich der Betrieb nicht: Die Gastronomie – die Gutachter empfehlen eine gutbürgerliche Küche – allein lasse sich zwar wirtschaftlich führen, auch wenn der Jahresumsatz recht gering wäre. Doch beim Betrieb des 1200 Menschen fassenden Saals schlagen erhebliche Defizite zu Buche: Das äußere Erscheinungsbild sei wenig ansprechend, das Gebäude nicht behindertengerecht, die Zahl der Autostellplätze zu gering. Die Halle liege nicht zentral, zudem habe Grevenbroich kein Image als Veranstaltungsstandort, müsse mit Köln und Düsseldorf konkurrieren. Gute Vermarktungschancen sieht die Dehoga-Beratung lediglich für Brauchtums- und Kulturveranstaltungen sowie Partys und Events. Ein Problem: Die Erträge dabei seien deutlich niedriger als für Betriebsversammlungen, Kongresse, Firmen und Familienfeiern – für die sehen die Gutachter in de Erfthalle aber geringe Chancen.

Das Gutachten kommt zum Ergebnis, dass der Erfthallenbetrieb – ohne Unterhaltungs- und Vermarktungskosten – jährlich 16 000 Euro minus einfahren würde. Für Pächter ist das uninteressant, die Berater schlagen eine städtische Betriebsgesellschaft vor. Ein Knackpunkt: Die Sanierung wäre auch dann nicht finanziert. "An der Erfthalle hängt mein Herz, aber aus alleiniger Kraft können wir sie nicht erhalten", erklärt Kwasny. Und wenn der Gang zu RWE nichts bringt? "Dann müssen wir mit den Vereinen über einen Plan B sprechen."

(NGZ)