Grevenbroich: Cross-Bahn wird Vorzeige-Objekt

Grevenbroich: Cross-Bahn wird Vorzeige-Objekt

Die Zukunft der Strecke ist noch unklar. Der Rhein-Kreis hegt Deponie-Pläne.

Zu ihrer Umwelt-Fachtagung treffen sich die Mitglieder des Deutschen Motorsportbundes (DMSB) schon mal am Hockenheim- oder am Nürburgring. Dass sie am Samstag fernab jeder Rennpiste in Grevenbroich zusammenkommen, hat einen Grund: Der hiesige Motorsportclub (MSC) ist vorbildlich in Sachen Umweltschutz. Im vergangenen Jahr wurden die Schlossstädter für ihren erfolgreichen Einsatz für seltene Kreuz- und Wechselkröten mit einem internationalen Preis ausgezeichnet. Wie das funktioniert mit dem Amphibienschutz, wollen sich die Experten einmal vor Ort ansehen.

"Einmal jährlich erörtert der DMSB aktuelle Umweltfragen, dabei werden nachahmenswerte Konzepte und gelungene Umsetzungen vorgestellt", berichtet MSC-Sprecher Günter Becker. Leuchtendes Beispiel wird am Samstag das Gelände des MSC auf der Königshovener Höhe sein - dort wo sich vor allem junge Sportler für Rote-Liste-Arten einsetzen. Dass Motorsport und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen, wird unter anderem Norbert Wolf deutlich machen. Der Umwelt-Experte der Stadt begleitet das Projekt und wird Referent der Fachtagung sein.

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Noch unklar ist, wie lange der Motorsportclub auf seinem Gelände agieren kann. Die Bahn liegt in einer Grube, die vor Jahren für die nie realisierte Kreisdeponie II angelegt wurde - und möglicherweise soll sie künftig auch als Kippe für unbelastete Bauabfälle und Bodenaushub genutzt werden. Für dieses Material zeichnen sich laut Rhein-Kreis landesweite Deponie-Engpässe ab.

Für die Grube, die ein Fassungsvermögen von etwa sieben Millionen Kubikmetern hat, gebe es zwar Interessenten - doch: "Wir sind noch nicht im Vergabeverfahren", sagt Umweltdezernent Karsten Mankowksy. Der Kreis wolle noch abwarten, wie sich die Abfallwirtschaft entwickelt. Von heute auf morgen werde keine Entscheidung getroffen. Mit dem Motorsportclub würden aber keine lang-, sondern nur kurzfristige Verträge abschlossen. Die MSC-Sandbahn in Grevenbroich genießt längst überregionalen Ruf. Die Fahrer kommen aus ganz Deutschland, um dort für die Weltmeisterschaft zu trainieren.

(NGZ)