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Grevenbroich: "Crash-Kurs" macht fit für den Straßenverkehr

Grevenbroich : "Crash-Kurs" macht fit für den Straßenverkehr

Unbedachtes Verhalten im Straßenverkehr kann tödlich enden. Das Team "Crash-Kurs" klärt junge Erwachsene am Pascal-Gymnasium auf.

Es sind keine schönen Worte, die die 165 Schüler von Hubert Jansen zu hören bekommen. Doch der Polizeibeamte warnt die Elftklässler am Pascal-Gymnasium: "Mangelnde Erfahrung, Leichtsinn, Alkohol und Drogen sind die Hauptunfallursachen." Die Schüler, im Schnitt 17 Jahre alt, gehören zu einer Risikogruppe: Sie werden im Straßenverkehr besonders häufig Opfer schwerer Unfälle. Laut Jansen handelt es sich bei 25 Prozent der Verkehrstoten um Jugendliche. Bei den Projekttagen "Zukunftsplanung" hat sein Team "Crash-Kurs" daher zum ersten Mal am Pascal-Gymnasium Halt gemacht.

Mit dieser Aktion möchte die Polizei die Jugendlichen für eine umsichtige Fahrweise sensibilisieren. Im ersten Teil des Projekts stimmen blutige Filmsequenzen von nachgestellten Unfallszenen und emotionale Schilderungen von Ersthelfern, die Unfälle hautnah miterlebten, die Fahranfänger nachdenklich. Auf dem Parkplatz vor dem Schulgelände werden im zweiten Teil "Junge Fahrer" die Kenntnisse der Videoclips als Diskussionsgrundlage genutzt und aufgearbeitet. An der aufgebauten Versuchsanlage wird den jungen Erwachsenen deutlich gemacht, dass nur ein paar Kilometer pro Stunde mehr das Leben kosten können.

Mit einem Teammitglied des "Crash-Kurs" am Steuer nehmen drei Schüler im Versuchsauto platz. Einmal wird mit Tempo 30, einmal mit Tempo 60 eine Vollbremsung hingelegt. "Bei doppelt so hoher Geschwindigkeit beträgt der Bremsweg das Vierfache. Bezieht man die Reaktionszeit ein, ist es dem Fahrer unmöglich, rechtzeitig zu handeln", erklärt Jansen.

Um das Ausmaß von zu hoher Geschwindigkeit im Straßenverkehr zu verdeutlichen, fährt das Auto nun mit Tempo 50 an. Es wird eine Vollbremsung hingelegt. "Ein ziemlich überraschender Moment, obwohl ich ja wusste, dass gleich hart gebremst wird. Den starken Druck des Gurtes habe ich an meinem Körper gespürt", sagt Schüler Luca Otten (17), der mit im Auto sitzt.

An der Stelle, an der der Wagen zum Stehen gekommen ist, wird eine Schaumstoffwand aufgestellt. Die letzte Vollbremsung des Tages erfolgt mit Tempo 70. Die Schaumstoffklötze wirbeln umher, manche landen unter dem Auto. "Wenn das ein Passant gewesen wäre, würde er nach vorne geschleudert und vom Auto überrollt werden", sagt Jansen mit ernster Miene. Die Geschwindigkeit des Autos beträgt beim Aufprall auf die Schaumstoffwand noch 59 Kilometer pro Stunde.

Das Team des "Crash-Kurs" ist zufrieden, auch an der Schule kam das Angebot sehr gut an. "Die Schüler zeigen Betroffenheit, denken stark über richtiges Verhalten im Straßenverkehr nach, sagt Peter Uhler, Beratungslehrer der Stufe. "Wir überlegen, den Crash Kurs im nächsten Jahr wieder anzubieten".

(NGZ)