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Karneval in Grevenbroich: Cowgirl Kwasny gibt Rathausschlüssel ab

Karneval in Grevenbroich : Cowgirl Kwasny gibt Rathausschlüssel ab

Bis Aschermittwoch hat das Gustorfer Dreigestirn das Sagen im Rathaus. Das "Weiße Haus" wurde beim Rathaussturm zum Wild-West-Saloon umfunktioniert. Die Bürgermeisterin warnte vor Trapper "Old Hans-Jürgen" Petrauschke.

Zur Begrüßung gibt's einen Steckbrief. "Wanted Ursula Kwasny" ("Gesucht Ursula Kwasny") steht darauf, und eine Prämie wird auch gleich ausgelobt: 100.000 Dollar. Klar, dass die Verwaltungs-Chefin da untergetaucht ist — als Cowgirl. Es ist Donnerstag, kurz vor 11 Uhr. Die Bürgermeisterin blickt aus dem Fenster ihres in der ersten Etage gelegenen Büros auf den Marktplatz. Eine Etage tiefer tobt bereits das närrische Treiben: Zu Altweiber hat sich das Rathaus in einen jecken Saloon verwandelt. Und draußen rücken die Karnevalisten der Stadt an. Sie wollen nur eines: den Rathausschlüssel. Und damit die Kontrolle über die Schlossstadt. 20 Minuten später ist Kwasny den Schlüssel los.

Bis Aschermittwoch hat das Gustorfer Dreigestirn jetzt das Sagen im Rathaus-Saloon: Prinz Markus Preuße (40), Jungfrau Franz Josef ("Franzi") Müller (43) und Bauer Jakob Jansen (55). Natürlich warnte die Bürgermeisterin die Tollitäten vom "Närrischen Sprötz-Trupp": "Den Schlüssel woll'n sie alle haben, denn sie vermuten Gold und andere gute Gaben." Doch die Schatzkammer ist bekanntlich leer, und einen Aufseher gibt's obendrein. "Old Hans-Jürgen heißt der Trapper, der mir streng auf die Finger sieht", sagte Cowgirl Kwasny mit schönem Gruß an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Grevenbroichs Oberkarnevalisten Reiner Landsch schreckte das natürlich nicht. "Es ist gut, wenn wir Karnevalisten das Zepter im Rathaus übernehmen." Die jecken Regenten würden schon Schwung in die Bude bringen. Zum letzten Mal moderierte Landsch das Bühnenprogramm auf dem Markt. Gleich mehrmals wurden seine Verdienste um den Karneval hervorgehoben. Landsch stand dabei am Bühnenrand, und es schien, als mische sich Wehmut in seinen Blick. Und er ließ keinen Zweifel daran: Er hätte sich mehr Besucher beim Rathaussturm gewünscht. "In anderen Städten sind die Marktplätze voll. Offenbar hat es sich nicht bis Grevenbroich herumgesprochen, dass der Straßenkarneval eröffnet ist", sagte er. Vor dem Grevenbroicher Rathaus waren die Besucherzahlen überschaubar.

Ewald Wörmann, Präsident des "Närrischen Sprötz-Trupps", nahm es gelassen. "In Grevenbroich ist der Karneval eben kein zentrales Thema, sondern eher in den einzelnen Ortsteilen angesiedelt", betonte er. Auch deshalb gab's gestern noch einmal eine symbolische Schlüsselübergabe mit der Bürgermeisterin in Gustorf — beim Altweibernachmittag im Festzelt am Torfstecher Weg.

Auch auf der Bühne vor dem Grevenbroicher Rathaus wurde die Bedeutung des Karnevals in den einzelnen Ortsteilen deutlich. Dort stimmte das Dreigestirn einen bekannten Karnevals-Song als "unser Mottolied" an: den Bläck Fööss-Klassiker "En unserem Veedel". Eine Liebeserklärung. "Wat och passeet — dat Eine es doch klor: Et Schönste, wat m'r han, schon all die lange Johr, es unser Veedel, denn he hält m'r zosamme — ejal, wat och passeet", lautet der Refrain.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Altweiber 2013: Bilder aus Grevenbroich

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