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Coronavirus: Wie Grevenbroicher Großunternehmen die Krise bewältigen

Coronavirus in Grevenbroich : Routine adé – wie Großunternehmen die Krise bewältigen

Bei RWE und Hydro Aluminium ist nichts mehr so wie es war. Die Gesundheitsvorsorge änderte zahlreiche Arbeitsabläufe.

Routine war gestern. Auch bei den großen Arbeitgebern der Stadt – dem RWE und Hydro Aluminium – gibt das Virus den Takt vor. Mit eigenen Pandemieplänen und einer ganzen Reihe von Änderungen in den Arbeitsabläufen wollen die Unternehmen die Balance halten – zwischen der Aufrechterhaltung von Kohleförderung, Stromversorgung und einer reibungslos laufenden Produktion auf der einen Seite und der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter und ihrer Familien auf der anderen Seite.

Den Leitstand eines RWE-Kraftwerks im rheinischen Revier darf momentan nur betreten, wer dort arbeitet. „Absprachen mit der Instandhaltung über wichtige Reparaturen oder anderen Abteilungen über tagesaktuelle Ereignisse finden derzeit ausschließlich telefonisch oder per Mail statt“, sagt RWE-Pressesprecher Guido Steffen. Normalerweise kommen viele Kollegen vor allem während der Frühschicht persönlich dafür im Leitstand vorbei. Denn normalerweise lassen sich viele Probleme im persönlichen Gespräch viel schneller lösen als in einem mitunter nervigen Mail-Ping-Pong. Doch seit Corona ist nichts mehr normal.

An allen RWE-Standorten seien Krisenstäbe gebildet worden – bestehend aus der Standortleitung, werksärztlichem Personal und den Entscheidern aller Abteilungen. Diese Gremien tauschten sich in täglichen Telefonkonferenzen aus, bewerteten jeweils die aktuelle Lage und träfen danach ihre Entscheidungen. „Die Verwaltungsabteilungen sind gehalten, möglichst von zuhause aus zu arbeiten“, sagt Steffen. Anders als noch vor einigen Jahren sei mittlerweile die Mehrzahl der RWE-Arbeitsplätze mit Laptops ausgerüstet – die Voraussetzung für mobiles Arbeiten. Die Arbeitszeit sei zudem extrem flexibel. Präsenz-Meetings wurden durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzt. In Aushängen und auf allen Kanälen der internen Mitarbeiterkommunikation werden die Hygieneregeln erklärt: Händewaschen, Abstand halten, in die Armbeuge niesen.

Bei Hydro Aluminium sind derzeit alle Dienstreisen ausgesetzt, teilt Sprecher Moritz Rank mit. Besprechungen werden per Skype oder über Telefonkonferenz-Systeme abgehalten. Wer kann, soll von zuhause aus arbeiten. In der Produktion gelten die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts zum Schutz der Mitarbeiter. Das beginnt mit dem allgemeinen Verzicht auf einen Handschlag zur Begrüßung und geht über Abstandregeln bis hin zur persönlichen Hygiene. Rank sagt: „Hydro verfolgt die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus intensiv. Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Angehörigen steht bei Hydro an erster Stelle. Das vorrangige Ziel aller Maßnahmen ist es, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Damit möchte Hydro auch dazu beitragen, das Gesundheitssystem, das derzeit unter großer Belastung steht, zu entlasten.“