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Coronavirus: Werkstatt-Chef aus Grevenbroich sauer wegen ausverkaufter Atemmasken

Grevenbroicher muss Wucherpreise zahlen : Werkstatt-Chef sauer wegen ausverkaufter Atemmasken

Firat Wollenhaupt beklagt sich über ausverkaufte Atemmasken – und Mondpreise für Einzelexemplare. In einem Video, das er auf Facebook gepostet hat, macht er seinem Ärger Luft und appelliert: „Reinigt eure Hände mit Desinfektionsmitteln, meidet den Kontakt zu anderen – und lasst mir ein paar Masken übrig, ich muss arbeiten.“

Da hat einer aber einen ganz dicken Hals: Diesen Eindruck hinterlässt ein Video, das der Grevenbroicher Firat Wollenhaupt auf Facebook gepostet hat. Und er täuscht nicht: Der Chef der Auto-Werkstatt „Boxenstopp Rheinland“ ist tatsächlich stinke-sauer, weil wegen des Coronavirus zurzeit keine Atemmasken erhältlich sind – „und wenn, dann nur zu Wucherpreisen“, schimpft er. In seinem Clip verschafft sich Wollenhaupt ordentlich Luft – und trifft auf ungeahnte Resonanz: Innerhalb von Stunden wurde sein Video mehr als 6500 Mal aufgerufen und über 50 Mal geteilt.

Atemmasken werden regelmäßig in der Autowerkstatt eingesetzt. „Vor allem dann, wenn Schleifarbeiten mit viel gesundheitsschädlichem Staub anstehen“, sagt Wollenhaupt. Schon seit Tagen versuche er, seinen zur Neige gehenden Vorrat aufzustocken – doch: „Unsere Lieferanten sind ausverkauft, selbst in Baumärkten werde ich nicht mehr fündig“, beklagt er. Weil ihn das frustriert, hat er seinen Ärger spontan per Videoclip ausgedrückt und in die Facebook-Gemeinde geschickt. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich damit so eine Welle schlagen würde“, gibt er zu. Am Freitag rückte ein TV-Sender zu ihm aus.

In seinem Beitrag beklagt Wollenhaupt, dass er für fünf Masken der Klasse FFP 3 sonst „keine 13 Euro“ zahle, jetzt würden sie auf eBay zu Preisen von bis zu 44 Euro verkauft – „pro Stück“, sagt der Werkstatt-Chef und schimpft: „Da versuchen Leute, mit unserer Gesundheit Geld zu machen.“ Um denen das Handwerk zu legen, würde er am liebsten Atemmasken en Masse verschenken – „wenn es sie den gäbe“.

Aus der Not heraus, hat sich Firat Wollenhaupt schon ein nasses T-Shirt um den Kopf gewickelt, um ein gespachteltes Auto abzuschleifen. „Das kann aber nicht die Lösung sein“, sagt er. Am Freitag schickte er einen Mitarbeiter in eine Apotheke, um Nachschub zu bekommen – und ist erneut gefrustet: „Heute darf ich 19,95 Euro für eine Maske bezahlen, die gestern noch sechs Euro kostete – und zwar für eine FFP 2, noch nicht mal für eine Dreier.“ Sein Appell an die Facebook-Gemeinde: „Reinigt eure Hände mit Desinfektionsmitteln, meidet den Kontakt zu anderen – und lasst mir ein paar Masken übrig, ich muss arbeiten.“

Das Robert-Koch-Institut bezweifelt die Schutzwirkung von Atemmaske und Mundschutz. Dass ihr Tragen das Ansteckungsrisiko mit dem neuartigen SARS-CoV2 reduziert, sei nicht bewiesen. Es gebe keinen ausreichenden Beleg dafür, dass der Mund-Nasen-Schutz das Ansteckungsrisiko verringert.