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Coronavirus in Grevenbroich: FDP will Hochzeiten digital übertragen

Eheschließungen während der Corona-Krise : FDP möchte Hochzeiten digital übertragen lassen

Gäste, die aufgrund der Verbreitung des Coronavirus nicht mit ins Standesamt dürfen, sollen an der Eheschließung teilhaben können. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob das möglich ist.

Heiraten ist während der Ausbreitung des Coronavirus nicht so einfach möglich. Zum Beispiel dürfen nur sehr wenige Familienmitgleider mit ins Standesamt, die Feier und die Hochzeitsreise müssen zudem oftmals abgesagt werden. Die Ratsfraktion der FDP will deshalb schnellstmöglich in die Wege leiten, dass Eheschließungen auf Wunsch des Brautpaares digital übertragen werden können. So sollen zumindest weiterhin Hochzeiten im größeren Kreise möglich sein – wenn auch über digitale Wege.

„Ein Brautpaar sollte in diesen Zeiten wenigstens die Möglichkeit haben, Personen digital an der Hochzeit teilhaben zu lassen“, fordert FDP-Vorsitzender Markus Schumacher. Ursprünglich geladenen Gäste sollen dann zuhause auf der Couch miterleben können, wie sich Paare in Grevenbroich das Ja-Wort geben – „wenn eine Hochzeit schon nicht groß gefeiert werden kann, wie es sich gehört.“ Das Problem: Seit der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus ist es für Menschen, die nicht zu einer Familie oder einem Haushalt gehören, landesweit untersagt, sich in größeren Gruppen als zu zweit aufzuhalten. So sollen weitere Infektionen mit dem Covid-19-Virus verhindert werden.

Bereits 2012 stellte die FDP einen ähnlichen Antrag an den Rat. Damals sollten in den Räumlichkeiten, in denen Trauungen stattfinden, Webcams installiert werden. So sollten die Eheschließungen an Personen übertragen werden, die nicht vor Ort sind. Dieser Vorstoß wurde jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. Nun fordert Schumacher schnelle und pragmatische Lösungen. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird, sollen Hochzeiten, die in den nächsten Tagen stattfinden, bereits digital übertragen werden – notfalls mit den Endgeräten des Brautpaars. „So ist eine Hochzeit im großen Kreis möglich, auch wenn viele Gäste physisch nicht anwesend sein dürfen“, sagt der FDP-Vorsitzende.

Ob die Idee der Liberalen schnell umsetzbar ist, ist fraglich. Eine Übertragung von Hochzeiten sei derzeit nicht möglich, sagt Stadtsprecher Stephan Renner. Bestimmte Vorgaben verhindern das. „Eine Übertragung von Trauungen aus den Standesämtern ist an hohe Anforderungen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte geknüpft“, sagt Renner. Gleiches gelte auch für Ratssitzungen, während welcher in der Regel fotografieren verboten sei. „Wenn man das ändern möchte, müssten die Regelungen angepasst werden“, sagt Renner. Dies werde nun geprüft.