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Coronavirus: Händler in Grevenbroich bereiten sich auf Maskenpflicht vor

Einkaufen in Grevenbroich während der Corona-Krise : Händler bereiten sich auf die Maskenpflicht vor

Die Bilanz für die erste Woche nach Wiederöffnung reicht bei den Geschäften in Grevenbroich von „durchwachsen“ bis „sehr gut“. In der nächsten Woche will das Ordnungsamt die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollieren. Die Höhe der Bußgelder waren der Stadt bis Freitag Mittag nicht bekannt, „das Land befindet sich noch in Abstimmung mit anderen Bundesländern“, heißt es.

Heiner Schnorrenberg und seine Mitarbeiterinnen gehen mit gutem Beispiel voran. Sie bedienen bei Lederwaren Schnorrenberg mit Mundschutz oder einem großen Acryl-Spei-Schutz. Schnorrenbergs Frau hat Stoffmasken genäht – nicht nur fürs Team.  Das Geschäft ist für die Maskenpflicht beim Einkaufen wegen Corona ab Montag gewappnet. Kunden, die „ohne“ kommen, „erhalten leihweise eine Maske“, sagt Schnorrenberg. Die erste Woche nach Wiederöffnung „war für uns erfolgreích. Wir haben viele Taschen und Schulrucksäcke verkauft“, berichtet er. Das Abstandsgebot werde gut eingehalten. Allerdings müsse das Personal Kindern beim Anprobieren der Tornister helfen. Deshalb wird unter anderem auf Mund-Nase-Schutz Wert gelegt. Im Eingang der Boutique Rebell am Markt hängt ein Desinfektionsspender, für den Verkauf ist eine Lieferung Stoffmasken eingetroffen. „Wir dürften acht Kunden ins Geschäft lassen, haben aber auf vier reduziert“, berichtet Nicole Feuster. Am Samstag gibt es eine Einlasskontrolle. Wer ab Montag ohne Mund-Nase-Schutz komme, „dem verkaufen wir Maske oder Schal“. Mit der ersten Woche nach mehrwöchiger Schließung ist sie zufrieden. „Wir haben viele Stammkunden, zu denen haben wir per Video-Telefonie und  sozialen Medien Kontakt gehalten.“ Dennoch:  Der Einnahmeverlust durch die Schließung sei fünfstellig. „Wir hatten schon überlegt, ob wir das Geschäft aufgeben, aber die Leidenschaft ist zu groß, sagt Feuster. Viele Händler aber, so befürchtet sie, könnten auf längere Zeit nicht durchhalten. „Die Steuern sind ja nur gestundet.“

Als „durchwachsen“ bezeichnet Helga Poser von Juwelier Poser die erste Woche. „Montag und Dienstag lief es gut.“ Unter anderem wegen Batteriewechseln und Reparaturen seien viele Kunden gekommen.

Nicole Feuster am Desinfektionsspender bei „Rebell“. Foto: Carsten Sommerfeld

Das Ordnungsamt wird, wie Stadtsprecher Stephan Renner erklärt, die Einhaltung der Maskenpflicht beim Einkaufen kontrollieren. Die Höhe der Bußgelder waren der Stadt bis Freitag Mittag nicht bekannt, „das Land befindet sich noch in Abstimmung mit anderen Bundesländern“, so Renner.