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Coronavirus Grevenbroich: Hilfe für den Foodtruck "Borsteinschwalbe"

Grevenbroicher Foodtruck in der Corona-Krise : Hilfe für das „älteste Gewerbe der Welt“

Die „Bordsteinschwalbe“, der Foodtruck des Münchrathers Sebastian Schmidt, erfährt große Solidarität. Ab der kommenden Woche werden sich die Klappen des Wagens – ein alter Westfalia-Kirmeshänger aus den 1960er Jahren – vor der Produktionsstätte in Glehn wieder öffnen.

Nächste Woche sollte es mit den beliebten Feierabend­märkten wieder los gehen. Der Auftakt war für den 29. April geplant, einhergehend mit dem Start des Landesgartenschau-Jubiläums. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde beides abgesagt. Das trifft diejenigen hart, die mit ihren Wagen im Sommer den Marktplatz beleben. Doch die Solidarität der Fans mit den Foodtruckern ist groß. Das hat Sebastian Schmidt erfahren, der mit seinen Pastrami-Burgern bei den Feierabendmärkten stets für einen besonderen Gaumenkitzel sorgte.

Der Münchrather hat nämlich die Aktion „Rettet das älteste Gewerbe der Welt“ gestartet. Gemeint sind nicht etwa die Damen von der Straßenecke, sondern sein Foodtruck, der den Namen „Bordsteinschwalbe“ trägt. Über die sozialen Medien bat er um Spenden und verkaufte Gutscheine für einen künftigen Burger-Genuss. „Die Resonanz ist toll und die Solidarität sehr groß“, freut sich Schmidt.

Der Münchrather hat sich vor fünf Jahren mit einem Foodtruck selbstständig gemacht, war auf Märkten und Festivals unterwegs, wurde für seine Burger mit der streng geheim gehaltenen Gewürzmischung ausgezeichnet. Mittlerweile hat Sebastian Schmidt sein Geschäft ausgebaut, sich aufs Catering spezialisiert und zwei fest angestellte Mitarbeiter eingestellt. „Leider ist auch dieser Zweig im Zuge der Corona-Pandemie völlig eingebrochen“, beklagt der Geschäftsmann. Private Veranstaltungen wurden abgesagt, Firmen-Events ins kommende Jahr verlegt. „Obwohl der Gutscheinverkauf gut läuft, können wir damit leider nicht unsere Kosten decken“, sagt Sebastian Schmidt.

So besinnt sich der 34-Jährige mit seinem Team nun zwangsweise wieder auf den Straßenverkauf, also darauf, womit alles begonnen hat. Vor der Produktionsküche, die in Korschenbroich-Glehn beheimatet ist, werden sich ab der kommenden Woche wieder die Klappen der „Bordsteinschwalbe“ öffnen. „Zunächst werden wir freitags und samstags unsere Produkte anbieten, vom späten Nachmittag bis zum Abend“, sagt Schmidt, der darüber nachdenkt, später vielleicht auch einen Lieferservice anzubieten.

Wann die mintgrüne „Bordsteinschwalbe“ – ein alter Westfalia-Kirmeshänger aus den 1960er Jahren – wieder auf den Feierabendmärkten stehen wird, ist   ungewiss. „Wir hoffen natürlich, dass es bald wieder losgehen wird“, sagt Schmidt. „Aber die Gesundheit geht vor.“