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Coronavirus Grevenbroich: Handel bereitet sich auf Maskenpflicht vor

Schutz vor Corona in Grevenbroich : Handel bereitet sich auf Maskenpflicht vor

In der Innenstadt von Grevenbroich setzte am Mittwoch bereits der Run auf Masken ein, die ab Montag verpflichtend getragen werden sollen. Näherinnen sind im Dauereinsatz.

Ab Montag ist die Maske auch in NRW beim Einkaufen oder in Bus und Bahn Pflicht – erste Folgen hat die Ankündigung des Landes bereits am Mittwoch. „Am Mittag setzte der Run auf Mundschutz ein“, berichtet Rita Meul-Ober, Mitarbeiterin der Erft-Apotheke an der Kölner Straße. Bis 16 Uhr waren am Mittwoch bereits rund 200 Exemplare über die Theke gegangen. „Zurzeit ist reichlich vorhanden, wir erhalten täglich kleinere Mengen an Mundschutz“, erklärt sie. Neben dem Verkauf gehe es auch um die Beratung zum Umgang.

Große Nachfrage verzeichnet auch Lene Dunt vom Geschäft „Schön & Gut“ an der Bahnstraße. Sie bietet Stoff-Masken an, die von Nadine Klöther aus Gustorf zu Hunderten genäht werden. „An zwei Tagen habe ich jeweils 30 Stück erhalten, die waren nach zehn Minuten verkauft“, schildert Dunt. „Meine persönliche Meinung ist, dass die Maskenpflicht schon früher hätte kommen sollen. Nicht jeder hat verinnerlicht, Abstand zu halten. Wenn beide Seiten Masken tragen, fühlt man sich geschützt“, erläutert die Vorsitzende des Werberings. Nadine Klöther ist derzeit nahezu rund um die Uhr im Einsatz: Für die Gruppe „Mundmasken für Grevenbroich“ hat sie ehrenamtlich 300 Exemplare gefertigt, die an Seniorenzentren oder Krankenhäuser weitergeben wurden. Fast 500 hat die für den Verkauf geschneidert, das Stück ist für fünf Euro zu haben. „Als ich im Dezember mein Kleingewerbe angemeldet habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich mich mal auf Masken spezialisieren würde“, sagt die Mutter von vier Kindern. „Mittlerweile dürfte Grevenbroich gut versorgt sein“, meint sie.

Auch die Supermarkt-Kette Real, die in Noithausen einen Markt betreibt, stellt sich auf die Pflicht in NRW ein. „Kunden ohne Maske, Tuch oder Schal vor dem Gesicht werden wir den Zutritt leider verwehren müssen“, erklärt Pressereferentin Jasmin Voigthaus. Den Mitarbeitern würden bei Maskenpflicht „in ausreichender Menge“ Mund-Nase-Schutzmasken – nicht sterile, chirurgische Gesichtsmasken – zur Verfügung gestellt. „In Kürze werden wir auch MNS-Masken in verschiedenen Ausführungen für den Verkauf an unsere Kunden zur Verfügung stellen können“, erklärt die Sprecherin.

Der Grevenbroicher Werbering will nun das Vorgehen mit der Maskenpflicht besprechen. Denkbar sei, dass Kunden, die „ohne“ kommen, in Geschäften mit einfachen Schutzmasken ausgestattet würden – „wenn wir selbst genügend bekommen können“, sagt Lene Dunt.

In NRW ist ab Montag auch der Verkauf in größeren Läden möglich – vorausgesetzt, diese reduzieren durch Absperrungen auf 800 Quadratmeter. Ob C&A und Euronics in der Coens-Galerie wieder öffnen werden, stehe noch nicht fest, sagt Manager Tim Grevelhörster. Schon ab Donnerstag werde aber CCC Shoes & Bags wieder die Türen öffnen. Von Adler habe er noch keine Rückmeldung erhalten, sagt Grevelhörster. Er sei aber zuversichtlich, dass die Filiale im Montanushof am Montag wieder offen sein wird.

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