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Coronavirus: 16 Verdachtsfälle im Rhein-Kreis - Kita Spatzennest in Grevenbroich geschlossen

Mehrere Personen in Quarantäne : 16 Corona-Verdachtsfälle im Rhein-Kreis

Wegen eines Verdachtsfalls wurde die Kita Spatzennest in Hülchrath geschlossen, auch das Norbert-Gymnasium Knechtsteden ist betroffen. Aktuell sind aber keine Infektionen mit dem Coronavirus bekannt.

Die Stadt Grevenbroich hat am Samstag die Kita „Spatzennest“ in Hülchrath vorerst geschlossen. Bis zum 9. März müssen die Kinder zu Hause bleiben. Der Grund für die vorübergehende Schließung: „Es besteht der Verdacht, dass sich eine Familie mit dem Coronavirus infiziert haben könnte“, sagt Sozialdezernent Claus Ropertz. Alle Eltern der Kita-Besucher wurden am Wochenende vom Jugendamt per E-Mail über die Schließung informiert. Für sie und ihre Kinder gebe es aber keine weiteren Einschränkungen. Das Gesundheitsamt empfiehlt ihnen, „die bekannten Vorsichtsmaßnahmen zu beachten“.

Die vierköpfige Familie ist nach Angaben des Rhein-Kreises Neuss frei von Symptomen, sie befinde sich zu Hause. „Die betroffenen Hülchrather waren am Rosenmontag bei einer Feier in Kontakt mit einer infizierten Person aus dem Kreis Heinsberg gekommen“, schildert Kreis-Sprecher Benjamin Josephs. Aus „Gründen der Vorsicht“ habe das Gesundheitsamt nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts gehandelt und die Familie unter häusliche Quarantäne gestellt – „und zwar bis zum 9. März, das wären dann 14 Tage nach dem Kontakt mit der infizierten Person“, berichtet Josephs.

Ein Kind der Hülchrather Familie besucht die Kita „Spatzennest“, das andere geht zum Norbert-Gymnasium in Dormagen-Knechtsteden. Die Klasse des Kindes und die Lehrer, die dort seit Rosenmontag unterrichtet haben, wurden von der Schulleitung ebenfalls bis zum 9. März vom Unterricht befreit. Weitere Maßnahmen seien in der Schule zunächst nicht geplant, betonte Benjamin Josephs auf Anfrage unserer Redaktion. „Die betroffenen Schüler und die Kinder der Kita sollen möglichst zu Hause bleiben und Kontakt zu weiteren Personen meiden“, heißt es in einer Mitteilung des Rhein-Kreises.

Die Familie werde von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes täglich zum Auftreten von Symptomen befragt. Ob die vier Hülchrather tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind, stehe derzeit nicht fest. „Ein Test ist bereits durchgeführt worden“, berichtet Benjamin Josephs. Mit einem Ergebnis wird „in den nächsten Tagen“ gerechnet.

Der Verdachtsfall sei natürlich Tagesgespräch in Hülchrath, sagt Albert Stromann, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. „Dieses Thema wird im Ort aber sehr sachlich und nüchtern betrachtet“, schildert er seinen Eindruck. „Die Leute reden vernünftig und ganz ruhig darüber. Ich habe nicht das Gefühl, dass Panikmache in Hülchrath angesagt ist.“

Eine vierköpfige Familie aus Meerbusch wurde am Samstag bis zum 10. März unter Quarantäne gestellt. Sie war offenbar mit einem Corona-Infizierten aus dem Kreis Wesel in Kontakt gekommen. Darüber hinaus wurden am selben Tag vier Betroffene aus Grevenbroich, Kaarst, Korschenbroich und Neuss vom Rhein-Kreis und den Kommunen aufgefordert, ihre Wohnungen für zwei Wochen nicht mehr zu verlassen. Dabei handelt es sich um Personen, die in Kontakt mit einem Corona-infizierten Arzt aus den Mönchengladbacher Maria-Hilf-Kliniken standen. In Grevenbroich rückte am Samstagabend der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) zu dem Betroffenen aus, um ihn für 14 Tage unter häusliche Quarantäne zu stellen. „Aus Sicherheitsgründen“, so Dezernent Claus Ropertz, trugen die städtischen Mitarbeiter eine spezielle Schutzkleidung, die Ganzkörperanzüge der Feuerwehr.

Am Sonntag kam es dann zu weiteren Verdachtsfällen im Kreisgebiet. „Vier Personen – zwei leben in Kaarst, je eine wohnt in Neuss und Grevenbroich – hatten Kontakt zu einem Erkrankten in Mönchengladbach. Sie wurden durch die Städte auf Empfehlung des Kreisgesundheitsamtes bis zum 9. März in Quarantäne gesetzt“, berichtet Benjamin Josephs. Bei dem in Grevenbroich lebenden Mann seien grippeähnliche Symptome aufgetreten. „Ob dies Symptome des Coronavirus oder einer anderen Erkrankung sind, ist noch offen“, betonte der Kreissprecher. Die Lebensgefährtin des Mannes sei daher ebenfalls bis zum 9. März unter Quarantäne gestellt worden. Sie gilt nach der Definition des Robert-Koch-Institutes aber nicht als Verdachtsfall.

Bis einschließlich Montag sind 20 Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums in Kaarst vorsorglich in Quarantäne. Wie Stadtsprecher Peter Böttner am Sonntag Abend mitteilte, gebe es zurzeit keinen neuen Sachstand zu einer möglichen Infektion der Lehrerin aus dem Kreis Heinsberg, mit der die Jugendlichen auf Exkursion waren.

Wie im Fall der vierköpfigen Hülchrather Familie werden alle Betroffenen nun täglich von Mitarbeitern des Kreisgesundheitsamtes zum Auftreten von Symptomen befragt. Nach wie vor sind laut Benjamin Josephs im Kreis keine Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden.