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Corona-Krise in Grevenbroich: Hydro weitet die Kurzarbeit aus

Corona-Krise in Grevenbroich : Hydro weitet die Kurzarbeit aus

Nun machen beim Aluminiumspezialisten Hydro auch „produktionsnahe Bereiche“ einen Tag pro Woche frei. In zahlreichen weiteren Unternehmensbereichen gelten die Kurzarbeits-Regeln aus dem Mai auch im Juni.

In den Aluminiumwerken von Hydro wird die Kurzarbeit im Juni ausgeweitet. Das kündigte ein Unternehmenssprecher gegenüber unserer Redaktion an.

Bereits bisher waren mehrere hundert Arbeitnehmer aus den Bereichen Rolled Products, Automotive und Lithography nur noch reduziert im Einsatz. Nun kommen Mitarbeiter aus „produktionsnahen Bereichen“ hinzu, sagte der Sprecher. Sie sollen im Juni 20 Prozent weniger arbeiten – umgerechnet also an vier anstatt an fünf Arbeitstagen. Mit der Kurzarbeit reagiert das Unternehmen auf die coronabedingten Ausfälle auf den Märkten der Hauptkunden.

Unter „produktionsnahe Bereiche“ fallen beispielsweise die Betriebsschlosser, die dafür sorgen, dass die Anlagen beim Aluminiumspezialisten in Grevenbroich zuverlässig laufen und fehlerfrei die bestellten Qualitäten produzieren. Bislang konnte sich allein der Lebensmittelbereich von Hydro der Kurzarbeit entziehen.

Aus der Sicht der Unternehmensleitung hat Bestand, was ein Sprecher bereits Ende April zur Geschäftsentwicklung sagte: „Die kommenden Monate werden sehr schwierig. Eine Erholung der Märkte ist nicht in Sicht. Vielmehr erwarten wir, dass die Nachfrage in Teilen unseres Geschäfts weiter sinkt.“ Damit ist vor allem der Automobilbereich gemeint, in dem die meisten Herstellerwerke zwar wieder angelaufen sind, jedoch mit deutlich reduziertem Tempo produzieren. Und auch der Litho-Bereich – eine Vorstufe der Druckindustrie – leidet seit langem unter einem Mengenschwund. Corona kam hinzu.

Im Bereich Automobil gilt unverändert der Rahmen aus Mai für die Kurzarbeit. Die Produktion wird dabei weiterhin von sieben auf fünf Tage reduziert. Im Verwaltungsbereich sind die Mitarbeiter dreieinhalb bis vier Tage pro Woche für Hydro tätig. Im Unternehmensbereich Lithografie wurden die Arbeitszeiten in Produktion und Verwaltung um 20 bis 33 Prozent reduziert.

Parallel hat bei Hydro eine Arbeitsgruppe begonnen, sich nach neuen Geschäftsfeldern umzusehen, um absehbare Auftragsausfälle ausgleichen zu können. IG Metall und Betriebsrat hatten kritisiert, dass dies zu spät geschehen sei.

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