Lebenshilfe in Grevenbroich So verändert Corona das Leben in Heimen

Neukirchen · Bewohner der Lebenshilfe-Häuser vermissen zurzeit persönliche Kontakte zu Freunden und Familie.

 Halten in Zeiten von Corona den vorgegebenen Abstand ein: Die Bewohner des Wohnhauses der Lebenshilfe in Neukirchen.

Halten in Zeiten von Corona den vorgegebenen Abstand ein: Die Bewohner des Wohnhauses der Lebenshilfe in Neukirchen.

Foto: Lebenshilfe

Die Corona-Krise hat das Leben der Bewohner und der Mitarbeiter in den Wohnhäusern der Lebenshilfe fest im Griff. Die meisten Bewohner verbringen im Moment mehr Zeit als gewöhnlich in den Häusern, denn die zur Lebenshilfe gehörenden Varius-Werkstätten sowie andere Werkstätten für Menschen mit Behinderung haben geschlossen.

Für die Mitarbeiter bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung. Sie müssen die Tage strukturieren, Hygieneregeln umzusetzen, für die gesamte Verpflegung sorgen und alle so gut es geht bei Laune halten. „Für die Bewohner und die Mitarbeitenden im Wohnhaus ist die Situation gerade, als wäre die ganze Zeit Wochenende“, sagt Ralf Meisen, Leiter des Wohnhauses in Neukirchen, in dem 29 Menschen wohnen. „Mit dem Unterschied, dass keiner der Bewohner zu seiner Familie nach Hause fährt, wie es normalerweise bei einigen der Fall wäre.“

In der Corona-Zeit dürfen weder die Angehörigen in die Wohnhäuser kommen, noch die Bewohner zu ihren Familien. „Wir hoffen, dass wir das Virus von unserem Haus fernhalten können, zum Glück klappt das bisher sehr gut“, berichtet Meisen. Den Kontakt mit den Angehörigen halten die Bewohner über das Telefon. Da viele Eltern schon im deutlich fortgeschrittenen Alter sind, kommen E-Mails oder Videochats eher selten in Frage. Die Stimmung im Haus beschreibt Meisen als entspannt, einen Lagerkoller gebe es noch nicht. „Viele haben einfach ihren eigenen Rhythmus, malen oder hören Musik.“

Bisher geht es allen Bewohnern in Neukirchen gut, niemand ist an dem Virus erkrankt. Aber es bestehe permanent die Gefahr, dass die Infektion von außen in das Haus getragen wird. „Die Schwachstellen sind natürlich die Kollegen, die rein- und rausgehen, aber das lässt sich nicht verhindern“, sagt Meisen. Bei der Pflege tragen die Mitarbeitenden einen Mundschutz und es wird darauf geachtet, dass die Wohngruppen vom gleichen Personal betreut werden. „Regelmäßiges Händewaschen ist natürlich auch obligatorisch, ganz verbannen lässt sich die Gefahr dennoch nicht“, so der Leiter des Wohnhauses.

Verstärkung kommt von Kollegen, die normalerweise in den Kindertagesstätten arbeiten. In den drei Kitas werden Notbetreuungen angeboten, viele Erzieher können daher zurzeit ihrer regulären Arbeit nicht nachgehen. „Die Solidarität unter den Beschäftigten in dieser Situation ist wirklich toll“, sagt Andreas Fortenbacher, Geschäftsführer der Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss.

(cso-)
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