Clara Große spielt in Til Schweigers "Klassentreffen 1.0" mit

Rolle in Kinofilm : Hülchratherin „verführt“ Til Schweiger

Böse Chefin, Mehrfach-Mutter, Studentin oder die smarte Stimme aus der Werbung: Clara Große hat schon einige Rollen gespielt. Jetzt ist sie als „Groupie Claudia“ in „Klassentreffen 1.0“ an der Seite von Til Schweiger zu sehen.

„ Nö, besonders vorbereitet habe ich mich auf die Szene nicht“, gibt Clara Große fröhlich zu. „Ich war vorher noch mal auf der Sonnenbank, damit die Haut nicht so fad aussieht“, erinnert die Hülchratherin sich. Wie das optisch wirkt, ist jetzt in „Klassentreffen 1.0“ zu begutachten. In dem Film spielt die 28-jährige ein Groupie und liegt dafür mit Hauptdarsteller Til Schweiger im Bett.

Als „echt coolen Typen“ beschreibt sie ihn, „die Arbeit mit ihm war total professionell und mega entspannt“. Und als sie sich in ihrer Rolle als „Claudia“ mit ihm leicht bekleidet durch die Laken arbeiten musste, war eigentlich am irritierensten, „wie viele Leute in so einer Szene drumherumstehen.“ Aber „das gehört zum Job“. Über ihre Agentur wurde die Schauspielerin, die in Berlin geboren wurde, in Hülchrath rund ums Schloss aufwuchs und in Neuss am Nelly-Sachs-Gymnasium Abitur machte, für die Rolle angefragt – und bekam den Part. Als sie ihrer Mutter, einer Logopädin, davon erzählte, war sie „erst nicht so begeistert“ und auch ihr Freund Daniel, selbst Kameramann, fragte nach, ob das unbedingt sein musste. Es musste.

Clara Große aus Hülchrath ist Schauspielerin. Foto: Lena Faye

„Klar ist das nur eine kleine Szene, aber ich freue mich über alle Angebote.“ Bereits im zarten Alter von zwölf Jahren wusste die junge Clara, was sie werden wollte und machte beim Landestheater Neuss mit. „Mit Pauken und Trompeten Brassed off“ hieß das erste Stück, in dem sie dabei war, „so habe ich mein erstes eigenes Geld verdient“. Und weil das „so viel Spaß“ machte, blieb sie im Jugendclub. „Unter der Leitung von Katrin Singer habe ich gespielt, das war toll.“ Nach dem Abi 2009 sollte der Weg an eine Schauspielschule führen, was in Köln gelang. „Und irgendwie hatte ich nach den vielen Jahren am Theater auch Lust auf was Neues“, sagt die bekennende Junk-Food-Esserin mit dem inzwischen markanten roten Haar, die laut Eigenaussage „höchst selten Sport macht, daran muss sich mal dringend etwas ändern“ Seitdem steht sie vor der Kamera.

„Es gibt natürlich Kollegen, die drehen viel mehr als ich. Aber es gibt andere, die gar nichts zu tun bekommen“, sagt sie. „Ich hatte bislang das Glück, das immer etwas kam“. Mal sind es „verrückte Sachen“ wie für eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn, „eine Mischung aus Theater und Film“, wie sie ihre Performance beschreibt. Mal gibt sie die böse Chefin in einer Serie, die geplagte Mehrfach-Mama, die liebliche Studentin oder vergibt ihre Stimme für Werbespots. „Da musst du dich auch mal durchschlagen“, bilanziert sie die manchmal maue Auftragslage. „Echte Vorbilder habe ich nicht“, sagt sie. Aber Angelina Jolie mag sie wegen ihrer „spannenden, vielseitigen Rollen“, die sie verkörpert. Und die Biographien über klassische Filmstars wie Kathrin Hepburn oder Brigitte Bardot mag sie auch. Das Buch von Filmproduzentin Regina Ziegler mit dem Titel „Geht nicht, gibt’s nicht“, ein Weihnachtsgeschenk ihrer Mutter, ist ein bisschen Lebensmotto. Parallel zur Arbeit als Schauspielerin führt Clara Große eine Kneipe im Kölner Veedel Neu-Ehrenfeld und lässt es ihre Zeit zu, ist sie mit „meinen Mädels“ unterwegs. „Aber ich kann auch gut mit Nachos auf dem Sofa sitzen und Filme gucken“, erzählt sie. Vielleicht bald einen, mit sich in einer tragenden Rolle. Der Schnipsel mit Til Schweiger jedenfalls „kommt auf mein Demo-Band“, hat sie beschlossen.

Mehr von RP ONLINE