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Grevenbroich: City erstrahlt beim Moonlight-Shopping

Grevenbroich : City erstrahlt beim Moonlight-Shopping

Das gibt es nur selten in Grevenbroich – Einkaufen bis in den Abend. Gestern zeigte sich die City trotz Regens von ihrer strahlenden Seite.

Das gibt es nur selten in Grevenbroich — Einkaufen bis in den Abend. Gestern zeigte sich die City trotz Regens von ihrer strahlenden Seite.

Ausnahmezustand in Grevenbroich: Gestern Abend drängten sich Menschen zum "Moonlight-Shopping" durch die Fußgängerzone, vorbei am illuminierten Haus Porz. Die Frauen stöberten in den Geschäften, die Männern waren platzsparend auf Sitzgelegenheiten geparkt.

Ein Anziehungspunkt: die Front von "Lederwaren Schnorrenberg", die als große Projektionsfläche für historische Stadtfotos genutzt wurde. "Schau mal, so sah die Straße früher aus", so ein Passant unterm Regenschirmen. Ohne Schirm wäre wohl auch die Feuershow von Fakir Alyn ins Wasser gefallen. "Der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung, die Kerzen vor den Läden gingen immer wieder aus", sagt Werbering-Chef Fred Schlangen.

Kunden wie Berthold Duykers (60) aus Orken nutzten die Zeit zum "entspannten Einkaufen", "Ein solcher Tag ist wichtig, damit Leben in die Stadt kommt", meint Anne Bitter, die ein Wohnaccessoires-Geschäft am Markt führt. Ob das Trendteil Glimmer-Elch ("Gern auch in bunt") oder große LED-Wachskerzen — viele würden jetzt schon Weihnachtseinkäufe tätigen. "Es ist wichtig, bei solchen Aktionen dabei zu sein", sagt Petra Hölscher ("My store, my Style"). Und Hildegard Herbort vom kürzlich eröffneten Modegeschäft "Christa Kern" nennt als Vorteil: "Durch das ,Moonlight-Shopping' können wir bekannter werden."

Zum fünften Mal hatte der Werbering die Aktion organisiert — Einkaufen an einem Freitag bis 23 Uhr lockte die Grevenbroicher trotz leichten Regens vom Sofa in die City. Fred Schlangen war zufrieden: "Generell ist das ,Moonlight-Shopping' zu einem großen Erfolg geworden — ein Erfolg, der uns selbst überrascht hat." Das Wetter bleibe allerdings ein Risikofaktor. Doch viele Kunden würden Zeit zum Probieren mitbringen.

Dass es nicht reicht, nur die Ladentür länger offenzuhalten, das zeigte sich an unterschiedlichen Aktionen: Im Montanushof lag beim nostalgischen Jahrmarkt der Duft von Popcorn und Zuckerwatte in der Luft, während Kinder auf einem Karussell ihre Runden drehten. In der Coens-Galerie gab's etwa Einblicke ins Spiel "Black Jack". Die Einkaufspassagen waren bei dem feuchten Wetter beliebte Ziele.

Erst essen gehen, dann bummeln — das wollten auch Horst Windschers und sein Freund Hans-Willi Esser mit ihren Familien. Doch: "Schwierig, hier in der Innenstadt ein Restaurant mit gutbürgerliche Küche zu finden", meinten die Südstädter enttäuscht.

Als nächstes Großevent ist der "Adventszauber" am 8. und 9. Dezember geplant. Dass dann wieder Ausnahmezustand in der Innenstadt herrschen wird, das ist so sicher wie Heiligabend am 24. Dezember.

(NGZ/rl)