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Grevenbroich: Chips-Produktion trotzt der Kartoffelknappheit

Grevenbroich : Chips-Produktion trotzt der Kartoffelknappheit

Experten warnen vor Versorgungsengpässen mit Produkten aus Kartoffeln. Die Chips-Produktion in Wevelinghoven ist nicht betroffen.

Die Warnung klingt zunächst bizarr: Wegen des Hochwassers im Süden und im Osten Deutschlands droht eine Kartoffelknappheit. Darauf machte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) kürzlich aufmerksam. Dadurch könne es zu Versorgungsengpässen mit Pommes Frites, Knödeln und Chips kommen. Bei der Firma Intersnack ist man mit Blick auf die ""Funny-Frisch"-Chips-Produktion in Wevelinghoven daher froh über die Zusammenarbeit mit den Landwirten in der Umgebung. Werksleiter Markus Kröcher erklärt: "Die Kartoffeln, die Intersnack am Standort Wevelinghoven verarbeitet, stammen aus der Region." Und er betont, dass "durch die enge und gute Zusammenarbeit mit den Landwirten ausreichend Kartoffeln zur Verfügung" stehen.

Das müssen sie auch: Täglich verlassen rund eine Million Kartoffelchips und andere Snacks das Werk in Wevelinghoven, pro Jahr werden dort mehr als 60.000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet. Eine Kartoffelknappheit würde nicht nur Stillstand bedeuten. Die Preise auf dem Markt könnten anziehen, was die Konsumenten zu spüren bekommen könnten. BOGK-Geschäftsführer Horst-Peter Karos hatte das Szenario, dass es zu Versorgungsengpässen mit Chips und anderen Kartoffelprodukten kommen könnte, in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung als "nicht unwahrscheinlich" bezeichnet. Das Wevelinghovener Werk ist jedoch nicht betroffen. Das teilte eine Sprecherin im Auftrag des Unternehmens auf Anfrage unserer Redaktion mit.

In Wevelinghoven werden "Funny-Frisch"-Klassiker wie die Geschmacksrichtungen "Chipsfrisch Ungarisch", "Chipsfrisch Oriental" oder "Chipsfrisch Peperoni" ebenso produziert wie neuere Sorten. Dazu zählt zum Beispiel "Chipsfrisch Currywurst", die sich zur erfolgreichsten Produktneueinführung im Markt für salzige Snacks seit mehr als zehn Jahren entwickelt hat.

Insgesamt sind in dem auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik beheimateten "Intersnack"-Werk rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Dort werden seit 1968 die Kartoffelchips von "Funny-Frisch" — damals noch "Chipsfrisch" — hergestellt. Goldbraun gebacken werden die 1,2 Millimeter dicken Kartoffelscheiben in 10.000 Litern reinem Sonnenblumenöl.

"Funny-Frisch" ist in Deutschland Marktführer im Bereich Chips und Snacks. 1995 schloss sich das Unternehmen mit Chio, PomBär und Goldfischli zu der Gruppe "Intersnack" zusammen. Neben Wevelinghoven gibt es Produktionsstätten in Alsbach, Frankenthal und Cloppenburg.

Ihren Ursprung haben die Kartoffelchips in den USA. Um die Entstehung ranken sich viele Legenden. Die Bekannteste besagt, dass der Koch George Crum sie 1853 erfunden haben soll, nachdem der Unternehmer Cornelius Vanderbilt sein Gast war und extra-dünne Bratkartoffeln gefordert hatte. In Deutschland bekannt wurden die Chips erst um 1951 durch die hier stationierten US-amerikanischen Soldaten.

(NGZ/anch)