Chef-Trainer vom ADAC Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich gibt Tipps für den Winter

Sicher Autofahren : Fahrtrainer gibt Tipps für den Winter

Wer ein paar Regeln befolgt, kommt auch im Herbst und Winter mit dem Auto sicher voran. Ratschläge für Fahrweise und Auto-Ausstattung gibt Cheftrainer Thomas Eilers vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich im Elsbachtal.

Es ist dunkel und nieselt, die Verkehrsnachrichten melden Stau-Rekorde, gefühlt ist halb Grevenbroich ungeduldig auf derselben Straße unterwegs. Autofahren im Herbst und Winter macht auch ohne Schnee häufig kein Vergnügen. Doch wer ein paar Regeln beachtet, kommt auch dann gut durch den Straßenverkehr. Viele Ratschläge geben kann Thomas Eilers. Der 53-Jährige ist Cheftrainer im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich im Elsbachtal. Dort nehmen jährlich rund 20.000 Pkw-, Lkw, Motorrad- und Caravanfahrer an Sicherheitstrainings teil – Tendenz steigend.

Eine wichtige Voraussetzung für die Fahrt im Herbst und Winter: „Berufspendler sollten ihr Zeitmanagement umstellen, einen Zeitpuffer etwa für Staus einplanen, um sich keinem Stress auszusetzen“, erklärt Thomas Eilers. Ein Problem, das nicht nur im Winter, sondern auch jetzt etwa frühmorgens auftreten kann: Straßenglätte. „Mehr Abstand halten, vorsichtig bremsen und lenken, im zweiten Gang anfahren, damit nicht so viel Kraft auf die Räder kommt“, empfiehlt der Trainer. Auch ein rutschendes Auto solle mit vorsichtigen Lenkbewegungen aufgefangen werden.

In Notsituationen aber gelte: „Voll auf die Bremse treten und darauf stehen bleiben, auch wenn das Antiblockiersystem ein starkes Pulsieren ins Bremspedal schickt.“ Auch bei glatter Fahrbahn, „wenn die Kontrolle über das Fahrzeug verloren gegangen ist, hilft nur die Vollbremsung bis zum Stillstand, um Geschwindigkeit herauszunehmen, den Schaden zu begrenzen“.

Bei Nässe und Glätte sollten Autofahrer vorsichtig lenken und bremsen. In Notsituationen aber soll laut Thomas Eilers voll auf die Bremse getreten werden. Foto: Georg Salzburg(salz)

Viele Autofahrer würden zu zögerlich bremsen, „auch weil sie die Reaktion ihres Autos nicht kennen“. Da solche Gefahrensituationen selten auftreten, „ist ein Sicherheitstraining sinnvoll“, sagt Eilers.

Doch schon vor dem Fahrtantritt sollten winterliche Straßenverhältnisse berücksichtigt werden. „Ist die Windschutzscheibe frei, ist genügend Wischwasser im Tank, funktioniert die Beleuchtung?“, nennt Thomas Eilers einige Punkte auf der Checkliste. Eine Decke, etwas zum Trinken und vielleicht ein Müsliriegel sollten im Auto liegen. „Auch in diesem Herbst hatten wir bereits Situationen, dass Autofahrer sechs Stunden im Stau standen“, sagt Thomas Eilers.

Aufmerksamkeit sollten Autofahrer natürlich auch den Reifen schenken. „Wir haben in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht“, erläutert Thomas Eilers. Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Winterreifen aufgezogen sein. Reifen mit M+S Kennzeichnung gelten, wie der Automobil-Club erklärt, bis zum 30. September 2024 als wintertauglich, wenn sie bis Ende 2017 hergestellt worden sind. Das dreigezackte Bergpiktogramm mit der Schneeflocke in der Mitte ist Pflicht für alle Winterreifen, die seit dem Jahr 2018 hergestellt werden.

Eine Anschaffung fürs Leben sind Winterreifen übrigens nicht. Nach spätestens sechs Jahren ist nach Auskunft des ADAC die Gummimischung so hart geworden, dass der „Grip“ bei niedrigen Temperaturen nachlässt. Die besseren Reifen sollten übrigens auf die Hinterräder. Etwa bei Kurvenfahrt sei dadurch die Schleuderneigung geringer.

Wichtig ist auch genügend Profiltiefe. Der Cheftrainer im Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich rät zu vier Millimetern bei Winter- und drei Millimetern bei Sommerreifen, auch wenn die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe bei lediglich 1,6 Millimetern liegt.

Mehr von RP ONLINE