Grevenbroich: Check fürs Aluwerk

Grevenbroich : Check fürs Aluwerk

Einmal im Jahr ruht für eine Woche die Produktion im Alu-Walzwerk von Hydro – Zeit für Reparaturen. Die Instandhaltung hat ein Budget von 42 Millionen Euro.

Einmal im Jahr ruht für eine Woche die Produktion im Alu-Walzwerk von Hydro — Zeit für Reparaturen. Die Instandhaltung hat ein Budget von 42 Millionen Euro.

Ferien im Alu-Walzwerk Grevenbroich von Hydro. Einmal im Jahr steht die Produktion für eine Woche still. Wie verlassen wirkt das riesige Gelände. Ein kalter Wind pfeift durch die Gassen zwischen den riesigen Werkshallen. Keine mit Alufolien beladenen Lastwagen, auf die beim Überqueren der Straße zu achten wäre.

Nur hier und da sind Arbeiter in roten Blaumännern zu sehen, ist ein Hämmern oder ein Bohren zu vernehmen. Es muss also doch irgendwo gearbeitet werden. "Das sind unsere Instandhalter", sagt Sascha Linder, Transportechnikleiter in der Technischen Abteilung. Er ist einer von wenigen Freiwilligen, die in den Werksferien Reparaturen und Wartungsarbeiten durchführen. Arbeiten, die in der laufenden Produktion nicht möglich wären.

In der Zentralen Instandhaltung der Technischen Abteilung im Hydro Walzwerk sind mehr als 270 Mitarbeiter tätig. Das ist fast jeder siebte der insgesamt 1850 Werksarbeiter am Standort Grevenbroich. Sie warten sämtliche technische Geräte und Maschinen, die bei der Produktion von Folien für Verpackungen und Bändern für Druckplatten, Getränkedosen und Automobilkarosserien benötigt werden: Von der Walze bis zum Gabelstapler.

Da die Produktion im Fünf-Schicht-Betrieb 24 Stunden am Tag läuft, muss die Notwendigkeit jeder Reparatur im Betrieb genau abgewogen werden. "Alles, was wir im Laufe des Jahres nicht schaffen, versuchen wir zwischen Weihnachten und Neujahr zu erledigen", sagt Linder. Walzen werden ausgetauscht, Kräne repariert, Seile neu gespannt. Die Werksferien sind jedes Jahr aber unterschiedlich lang. "Das kommt auf die Auftragslage an", erklärt Linder. Gute Konjunktur — kürzere Ferien. "2010 hatten wir weniger Zeit für die Reparaturen als 2011."

"In den Ferien müssen wir zwar nicht auf die laufende Produktion Rücksicht nehmen — aber dafür immer auf die Kosten", sagt Linder. Die Instandhaltung verfügte im vergangenen Jahr über ein Budget von 42 Millionen Euro. 2011 hätten sie eine "Punktlandung" hingelegt. "Da bleibt nicht ein Euro übrig. Das ist exakt berechnet." Wenn klar sei, dass eine Reparatur gefahrlos ins folgende Budgetjahr verschoben werden könne, dann werde das getan.

Dankbar ist Linder für die Unterstützung der Mitarbeiter aus der Zentralen Instandhaltung, die sich über Weihnachten und Neujahr bereit erklärt haben, auf freiwilliger Basis für das Unternehmen zu arbeiten. "Es besteht kein Zwang. Ferien sind Ferien." Jedes Jahr fänden sich aber genug Mitarbeiter, die auf die freien Tage verzichteten. "Natürlich werden sie aber bezahlt."

(NGZ)
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