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CDU will mehr Vorrang für Grün in Grevenbroich

Umweltschutz in Grevenbroich : Grevenbroicher CDU will mehr Grün wagen

Bäume sollen künftig besser geschützt, die Anpflanzung von neuem Grün erleichtert, Schotter-Gärten erschwert werden. Die CDU-Fraktion hat ein Grundsatz-Konzept erstellt. Sie sieht im Rathaus Verbesserungsbedarf.

Mehr Grün schaffen und vorhandene Bäume besser schützen. Auf diese Formel lässt sich das Konzept unter dem Motto „Mehr Grün wagen“ bringen, das die CDU-Fraktion erarbeitet hat. Auf der Basis dieses Papiers will die Union in den kommenden Monaten mehrere Anträge im Rat einbringen. Die CDU sieht die Förderung von Grün als wichtigen Teil der Stadtentwicklung. „Es geht um nachhaltige Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten unserer Stadt“, betont Ratsherr Ralf Cremers. Die grüne Infrastruktur sei ein wesentlicher Standortfaktor. „Wir müssen uns vermehrt Gedanken über die weitere Stadtentwicklung machen“, mahnt die CDU mit Blick auf das Ende der Kohleverstromung und den Wettbewerb um Strukturmittel an. Etwa mit der Erft, dem Bend und dem Stadtpark habe Grevenbroich viel zu bieten. 2018 hatten die Stadtbetriebe den Bewuchs am Erftufer in der City zurück geschnitten, um den Fluss erlebbar zu machen. „Die Einbeziehung der Erft ins Stadtbild soll weiter verfolgt werden“, betont die CDU. Dafür solle die Stadt langfristig auch Flächen erwerben.

Mehr Engagement der Stadtverwaltung fordert die Fraktion beim Baumschutz: „Leider ist zu erkennen, dass Schutzmaßnahmen bei Bauprojekten nicht ausreichend vorgegeben und überprüft werden.“ So würden etwa Versorgungsleitungen „ohne Rücksicht auf angrenzende Bäume“ ausgeführt. „Das kann zum Absterben führen oder zur Rodung, wenn der Baum nicht mehr standsicher ist, weil Wurzeln gekappt wurden“, sagt Cremers. „Vor einigen Jahren wurde in Kapellen bei Arbeiten der Asphalt direkt an Platanen ausgehoben, ich habe noch korrigierend eingreifen können“, nennt der Umweltausschussvorsitzende ein Beispiel. Die CDU fordert „intensivere Abstimmung der Ämter“. Baumaßnahmen müssten so geplant werden, dass Bäume nicht gefährdet und auch spätere Pflanzungen ermöglicht würden. „Prämisse sollte sein: Hier ist der Baum geplant. Wie verlegen wir die Leitung um diesen Standort herum?“, erklärt die CDU.

Auch von Bürgern wünscht sich die Union Engagement: Die „zunehmende Verschotterung“ in Vorgärten führe zum Lebensraum-Verlust für Insekten und Vögel. In Bebauungsplänen sollen Vorgaben gemacht werden, um „Steinwüsten“ zu verhindern, „ein gewisses Maß an Grün vorzugeben“, sagt Ralf Cremers. Ebenso fordert die CDU Vorgaben für die Begrünung von Flachdächern. Zudem solle die Stadt Hausbesitzern grundsätzlich erlauben, zur Fassadenbegrünung Kletterpflanzen im Gehsteigbereich zu setzen. „Für die Anpflanzung müssten einige Platten herausgenommen werden. Anschließend würde die Lücke bis auf die Stelle, wo die Pflanze aus dem Boden wächst, wieder geschlossen“, erläutert Cremers. Die Stadt soll etwa beim Insektenschutz Vorbild sein. Sie will mehrere Flächen in „Blühwiesen“ umwandeln. Die Union betont, dass es mit „nicht mähen“ nicht getan sei. Die Flächen müssten bearbeitet werden, dafür müssten Finanzmittel bereitgestellt werden. „Wir dürfen den Rückgang der Insekten um 75 Prozent in 25 Jahren nicht ignorieren“, sagt Cremers.

Der CDU ein Dorn im Auge: „Totalrodungen an Straßen und Autobahnen sind zwar preisgünstig, aber weder optisch noch naturschutzfachlich der richtige Weg“, heißt es im Konzept. „Es muss nicht sein, alles radikal herunter zu semmeln, Bauminseln sollten stehen bleiben“, sagt der CDU-Ratsherr. Die Stadt soll dafür mit Straßen NRW und Kreis Kontakt aufnehmen.