Grevenbroich: CDU will keine zweite Gesamtschule in der Stadt

Grevenbroich : CDU will keine zweite Gesamtschule in der Stadt

Freie Bürger und Linke werden an ihrem Antrag für eine zweite Gesamtschule festhalten. Das erklärte am Mittwoch Fraktionsvorsitzender Thomas Bovermann. Er zweifelt daran, dass die vom Land geplante Sekundarschule die Probleme in Grevenbroich lösen wird.

Irmintrud Berger (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses, kritisiert diesen Vorstoß. Sie meint: "Eine zweite Gesamtschule ist für die Stadt nicht finanzierbar."

Schon vor Monaten hatten Freie Bürger und Linke ihren Gesamtschul-Antrag im Rathaus eingereicht. Im Rahmen der Diskussion um die Gemeinschaftsschule wurde er jedoch zurückgestellt. "Wir überlegen derzeit, ob wir ihn nach der Sommerpause noch einmal neu stellen werden", sagt Bovermann. Denn die Karten müssten nach dem "Aus" für die Gemeinschaftsschule neu gemischt werden.

Das Hauptargument des Freien Bürgers: "Jedes Jahr muss die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Südstadt mehr als 160 Kinder abweisen. Diese hohe Anmeldezahl unterstreicht eindeutig den Elternwillen", erklärt Thomas Bovermann. Er glaubt: "Die Leute hätten schon gerne eine zweite Gesamtschule in der Stadt." Wo die stehen soll, ist für den Frimmersdorfer erst einmal Nebensache: "Zunächst muss die Entscheidung fallen, dann kann die Standortfrage angegangen werden." Ein Neubau komme nicht in Frage, wohl aber der Umbau einer bestehenden Schule.

Irmintrud Berger hält von dem Antrag nur wenig — denn: "Eine zweite Gesamtschule würde die Stadt finanziell ungeheuer belasten", nennt die CDU-Ratsfrau einen Grund. Ein weiterer: "Das würde auch ein Überlebenskampf für die beiden Hauptschulen bedeuten." Die Hans-Sachs-Schule in Orken habe mit Mühe eine Eingangsklasse für 2011/12 zusammenbekommen. Würde dies nächstes Jahr nicht gelingen, könne dies die Schließung bedeuten. In diesem Fall müsse die Stadt den Zuschuss von 2,1 Millionen Euro zurückzahlen, den das Land für die Einrichtung der Mensa gewährt hatte.

Irmintrud Bergers Marschroute: Nach den Ferien will sie den Arbeitskreis Schule zu einer Sondersitzung einberufen. "Dort sollen die Politiker äußern, was sie wollen." Die Ausschussvorsitzende geht davon aus, dass es dort einen großen Konsens für die Sekundarschule geben wird: "Daran sollten wir jetzt arbeiten."

(NGZ)
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