Grevenbroich: CDU und SPD sehen sich gestärkt für Kommunalwahl

Grevenbroich : CDU und SPD sehen sich gestärkt für Kommunalwahl

Es gibt reichlich Gesprächsbedarf: Nach der Wahl sind die Grevenbroicher Politiker mit der Aufarbeitung des Ergebnisses beschäftigt.

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Daniel Rinkert zeigte sich enttäuscht vom Abschneiden der Sozialdemokraten auf Bundesebene, SPD-Direktkandidat Klaus Krützen habe aber unter dem Strich ein "gutes Ergebnis" erreicht. In Grevenbroich erzielte der Neukirchener 32,3 Prozent der Stimmen. "Jetzt gehen wir gemeinsam entschlossen in den Kommunalwahlkampf", betont Rinkert. Mit einem Ergebnis von 29,7 Prozent der Zweitstimmen zählt Grevenbroich zu den SPD-Hochburgen im Kreis. Das gibt ihm Hoffnung. Im Kommunalwahlbezirk "Südstadt" lag die SPD am Sonntag mit 38,8 Prozent knapp vor der CDU (38,4 Prozent).

Für den Kommunalwahlkampf sieht sich auch die CDU gut gerüstet. In Grevenbroich schloss sie den Wahlabend mit 45,2 Prozent der Zweitstimmen ab. Darauf will der Stadtverbandschef Norbert Gand aufbauen: "Wir müssen den Bürgern bei der Kommunalwahl klar machen, dass wir für Grevenbroich die richtigen Konzepte haben. Der Sieg bei der Bundestagswahl gibt uns dafür den entsprechenden Schwung." Die ersten Themen für den Kommunalwahlkampf scheinen bereits klar gesetzt. Angesichts der desaströsen Haushaltslage müssen die Parteien einen Schwerpunkt darauf legen, mit Konzepten zur Haushaltssanierung sowie ihrer Finanz- und Wirtschaftskompetenz beim Wähler zu punkten. Letzteres gilt traditionell als das Steckenpferd des großen Wahl-Verlierers vom Sonntagabend — der FDP.

Markus Schumacher, Stadtverbandsvorsitzender der Liberalen, machte kein Hehl aus seiner Enttäuschung. "Das ist politisch einer der schwersten Tage meines Lebens." Zugleich schwor er seinen Stadtverband darauf ein, nach vorne zu blicken. "In Grevenbroich sind wir gut für die Zukunft aufgestellt — auch mit Blick auf die sehr aktiven Jung-Liberalen. Darum werden wir von vielen Parteien in der Stadt beneidet."

Reichlich Trost braucht FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Hermanns, dem es sichtlich die Stimmung verhagelt hat: "Das Ergebnis unserer Partei auf Bundesebene ist eine kleine nationale Katastrophe", meint er. In Grevenbroich erreichten die Liberalen 6,5 Prozent der Zweitstimmen. Das waren zwar elf Prozent weniger als 2009 — doch: "Auf dieser Ebene können wir kommunal weitermachen. Die FDP wird sich einbringen. Uns unter der Decke verkriechen und heulen, das tun wir nicht", so Hermanns.

34 012 von 47 127 wahlberechtigten Grevenbroichern unternahmen den Urnengang. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,2 Prozent.

(NGZ)
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