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Grevenbroich: CDU: Steuerspar-Modell für Sportstätten prüfen lassen

Grevenbroich : CDU: Steuerspar-Modell für Sportstätten prüfen lassen

Sportstätten in "Betriebe gewerblicher Art" umwandeln, damit bei Neubauprojekten Steuern zurückerhalten und Geld sparen – mit diesem Steuermodell ist Manfred Schmidt, früherer Steuerexperte der Verwaltung Recklinghausen, in Kommunen unterwegs, zuletzt in Jüchen. Die CDU-Fraktion will dies jetzt auch für Grevenbroich prüfen lassen.

19 Prozent Umsatzvorsteuer

In Recklinghausen oder Beckum wird nach Schmidts Modell bereits Geld gespart: Um die Umsatzvorsteuer erhalten zu können, müssen Städte und Gemeinden ihre Sportstätte als "Betriebe gewerblicher Art" führen. Sie müssen eine Satzung erheben, in der sie Nutzungsgebühren festlegen – für alle Nutzer, vom Sportverein über die Volkshochschule bis zum Familienzentrum. Wie hoch die Gebührensätze liegen, sei – so Manfred Schmidt –, eine Entscheidung der Kommunen. Ihre Vorteile bei Bauprojekten wie Sporthallen oder -felder: Sie können die Umsatzvorsteuer in Höhe von 19 Prozent beim Finanzamt geltend machen.

Beispiel Nachbargemeinde Jüchen: Hier errichtet die Gemeinde eine neue Dreifachhalle zwischen Bedburdyck und Gierath. Kostenpunkt: rund 3,5 Millionen Euro. Mit Manfred Schmidts "BgA" könnte Jüchen rund 660 000 Euro an Umsatzvorsteuer zurückerhalten – Bürgermeister Harald Zillikens hat Schmidt als Berater verpflichtet und lässt das Projekt zurzeit prüfen.

Diese Möglichkeit will die CDU-Fraktion jetzt auch für das finanzschwache Grevenbroich untersuchen lassen. "Angesichts der Haushaltssituation wird zurzeit in anderen Städten und Gemeinden die Errichtung eines oder mehrerer ,Betriebe gewerblicher Art' zur Sportstättenfinanzierung und -unterhaltung diskutiert", so Fraktionsgeschäftsführerin Heike Troles. Im Wesentlichen handele es sich dabei um zusätzliche Einnahmen durch die Verrechnung der Umsatz- und der Vorsteuer.

"Die Verwaltung soll jetzt überprüfen, ob eine ,BgA' zur Sportstättenfinanzierung und -unterhaltung für Grevenbroich infrage kommt", heißt es in dem Antrag, den der Stadtrat jetzt in den Fachausschuss verwiesen hat. Zudem soll Manfred Schmid sein Konzept selbst vorstellen: Er soll nach Grevenbroich eingeladen werden, um dort sein Steuerspar-Modell vor den Politikern zu erläutern.

(NGZ)