Grevenbroich: CDU-Spitze kritisiert Kwasny wegen Freibad

Grevenbroich : CDU-Spitze kritisiert Kwasny wegen Freibad

Parteichef Norbert Gand und Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser gehen mit der Bürgermeisterin ins Gericht. Ihre Aussage, dass es in Grevenbroich kein Freibad geben werde, sei derzeit nicht haltbar.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny erhält Gegenwind aus der eigenen Partei. Ihre in einem NGZ-Interview getroffene Aussage, dass das neue Schlossbad kein Freibad erhalten werde, stößt auf Widerstand in der CDU. Stadtverbands-Chef Norbert Gand und Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser wehren sich gegen diese Behauptung. "Es besteht keine Veranlassung, das Freibad in Zweifel zu ziehen, bevor belastbares Zahlenmaterial zum Neubau vorliegt", sagt Gand. Und er wird deutlich: "Diese Aussage ist in dieser absoluten Form nicht haltbar, sie ist Quatsch."

In einer Sondersitzung des Sport- und Bäderausschusses am 20. August wird die Gesellschaft "GWG Kommunal" die Pläne für den Neubau vorlegen und die Kosten beziffern. "Dieser Termin muss abgewartet werden, um die Lage beurteilen zu können", betont Wolfgang Kaiser. Doch für Gand und ihn stehe schon jetzt fest: "Das neue Bad wird über attraktive Wasserflächen im Außenbereich verfügen."

In jedem Fall solle ein zwischen 120 und 180 Quadratmeter großes, mit Sprudlern ausgerüstetes Vierjahreszeiten-Becken entstehen. Ob sich darüber hinaus ein Freibad (Kosten: etwa zwei Millionen Euro) realisieren ließe, hänge zum einen vom Zahlenmaterial ab, das GWG am 20. August vorlegen wird. Und zum anderen von der Genehmigung des steuerlichen Querverbundes durch die Finanzbehörden. "Das Land muss endlich aus den Puschen kommen und diese Frage lösen", fordert Gand. Er sieht hier vor allem die Landtagsabgeordneten in der Pflicht: "Sie müssen sich überparteilich für unsere Sache einsetzen."

Sollte ein Freibad nicht direkt möglich sein, müsse nach dem 20. August entschieden werden, ob beim Neubau des Schlossbades zumindest die technischen Räume für eine spätere Nachrüstung eingeplant werden können. Diese Entscheidung müsse bis zur Ratssitzung am 28. August fallen.

Aus Sicht der Union gibt es keinen Grund, das neue Schlossbad in Zweifel zu ziehen: "Die Qualität eines Freibades muss nicht unbedingt von der Wasserfläche abhängen", betont Gand. Nach seiner Meinung erhalte Grevenbroich "ein Top-Bad", das die Belange von Familien, Schulen und Vereinen gleichermaßen berücksichtige". Im Außenbereich seien Liegewiesen geplant, ein Matschbecken für Kinder, ein Sprungturm und mehrere Aktionsflächen. "Das können Spielplätze, ein Beachvolleyball-Feld, eine Kletterwand und ein Biergarten sein", zählt Wolfgang Kaiser auf. Darüber hinaus sei das Hallenbad mit Sport-, Freizeit- und Lehrbecken künftig ganzjährig geöffnet - auch während der Sommer-Saison, in der es bislang geschlossen war. "Das alles wird eine klare Aufwertung des Status quo sein", ist Gand überzeugt.

Nach seiner Einschätzung wird "GWG Kommunal" etwa zehn bis elf Millionen Euro in den Neubau investieren. Der in einer Entwurfsstudie von 2008 genannte Betrag von 8,5 Millionen Euro werde wohl nicht zu halten sein. Ein Grund dafür: Der ursprünglich vorgesehene Bad-Neubau über der Schießsportanlage habe nicht realisiert werden können - "das wirkt sich kostenmäßig aus", sagt Kaiser. Zudem habe die Neuplanung den Zeitplan verzögert.

Die von Politikern geäußerte Kritik, dass GWG-Chef Willi Peitz nicht ausreichend über die Neubaupläne informiert habe, können Gand und Kaiser nicht teilen: "Das ist vollkommen falsch. Wer sich nicht informiert fühlt, muss sich erkundigen. Da gibt es auch eine Hol-Schuld."

(NGZ)
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