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Grevenbroich: CDU: Leidet Schlossbad-Angebot unter archäologischen Funden?

Grevenbroich : CDU: Leidet Schlossbad-Angebot unter archäologischen Funden?

Archäologen begleiten seit gestern den Tiefbau auf dem Schlossbad-Gelände. Nachdem ein Baggerfahrer beim Ausschachten auf möglicherweise historische Holzpfähle gestoßen war, müssen die weiteren Arbeiten unter wissenschaftlicher Begleitung ablaufen.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat damit die Fachfirma "Ibeling Grabungen" beauftragt. Vor Ort ist deren Chef Thomas Ibeling, der 2010 für überregionale Schlagzeilen sorgte: Bei Düren legte er mit seinem Team das Skelett der Steinzeitfrau "Lillith" frei - mit mehr als 7000 Jahren ist sie die wohl älteste Bäuerin des Rheinlandes.

Wie die Archäologen die in Grevenbroich entdeckten Holzpfähle einschätzen, ist unklar. Der Bad-Investor "GWG Kommunal" - der laut LVR die archäologische Begleitung bezahlen muss - bezog gestern trotz mehrfacher Anfragen keine Stellung. Nach Informationen unserer Zeitung wird eine Auswertung der in vier Metern Tiefe entdeckten Funde in drei Wochen erwartet. Eine Vorab-Einschätzung des Experten soll aber in Kürze erfolgen.

Lokalpolitiker beäugen die archäologischen Funde auf der Schlossbad-Baustelle mit Skepsis - vor allem, nachdem GWG-Chef Willi Peitz angekündigt hatte, dass sich die Arbeiten dadurch um vier Monate verzögern könnten. "Sollte das zu höheren Kosten führen, müssen wir uns auch die Frage stellen: Geht das alles von dem ab, was wir dort gerne haben wollen?", erklärte gestern Wolfgang Kaiser von der CDU.

Nach der jüngsten Vorstellung der Schlossbad-Pläne zeigt sich der Fraktionsvorsitzende kaum begeistert von der vorgesehenen Gestaltung des Außengeländes. "GWG hat zugesagt, dass dieser Bereich optimiert wird, sobald der steuerliche Querverbund genehmigt wird. Das Okay der Finanzbehörde liegt nun vor, doch Verbesserungen kann ich in den aktuellen Plänen beim besten Willen nicht entdecken", kritisiert Kaiser.

Zwar habe "GWG Kommunal" die Größe des außen liegenden Vierjahreszeiten-Beckens von 100 auf 125 Quadratmeter erweitert - doch: "Das ist zu wenig", so der Fraktionschef: "Das Bassin müsste mindestens 160 Quadratmeter groß sein, da liegt für mich persönlich die Untergrenze." Auch über die Gestaltung des Außengeländes habe Kaiser in den vorgelegten Plänen nichts entdecken können: "Dort gehört ein Volleyballfeld hin, ein Matschspielplatz für Kleinkinder, eine Kletterwand oder ein Soccer-Platz - also Dinge, die den Spaß- und Wohlfühlfaktor erhöhen würden", kritisiert er. Wolfgang Kaiser erwartet nun Antworten des Investors.

Was das Vierjahreszeiten-Becken betrifft: GWG-Chef Peitz hatte in der Vorwoche im Sportauschuss eine weitere Vergrößerung abgelehnt, sie treibe die Heizkosten für das 30 Grad warme Wasser in die Höhe. Zudem müsse ein neues Blockheizkraftwerk geordert werden.

(NGZ)