Caritas macht auf Wohnungsnot aufmerksam

Aktion auf dem Marktplatz in Grevenbroich: Caritas macht auf Wohnungsnot aufmerksam

Von 11.30 bis 14.30 Uhr wird der „Hingucker“ zu sehen sein, die Info-Aktion ist Teil der bundesweiten Caritas-Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“.

Die Caritas zieht am Dienstag, 16. Oktober, auf den Grevenbroicher Marktplatz. Im Freien wird ein Wohnzimmer mit Teppich, Sofa, Tisch und Lampe aufgebaut. „Das wird aussehen, als würde jemand auf der Straße wohnen“, sagt Jürgen Maukel, Fachbereichsleiter der Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss.

Von 11.30 bis 14.30 Uhr wird der „Hingucker“ zu sehen sein, die Info-Aktion ist Teil der bundesweiten Caritas-Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“. „Die Kampagne will auf das Problem der Wohnungsnot aufmerksam machen“, erläutert Maukel. In Deutschland fehle eine Million Wohnungen. „Es mangelt vor allem an bezahlbaren, kleinen Wohnungen für Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte.“ Bezahlbarer Wohnraum werde auch in Grevenbroich zur Mangelware, erklärt die Caritas. „Das sorgt bei Betroffenen für Frustration und gefährdet den sozialen Zusammenhalt.“ Der Verband will nicht nur mit Passanten ins Gespräch kommen, auch Fraktionsvorsitzende und Stadtverwaltung sind eingeladen. Caritas-Mitarbeiter informieren zudem über die Frauenberatungs- und Kontaktstelle „Frau-Ke“, die sich um von Armut bedrohte Frauen kümmert.

  • Museum Villa Erckens in Grevenbroich : Besseres Licht für das Niederrhein-Museum

Auch in Grevenbroich beobachtet die Caritas, dass Wohnungssuche für viele schwieriger wird. Die erste Frage des Vermieters sei oft, „wo der Interessierte arbeitet“, sagt Maukel. Laute die Antwort „Ich bin arbeitslos“, würden die Chancen stark sinken. Ein weiteres Problem sei für viele, eine Wohnung zu einer Miete zu finden, die unterhalb der festgesetzten Angemessenheitsgrenze für Hartz-IV-Empfänger liege.

Maukel berichtet, dass die Caritas bei „Frau-ke“ und in der Fachberatungsstelle „FAKT“ für Männer rund 150 Menschen eine Postdadresse bietet. Diese würden in prekären Wohnverhältnissen ohne eigene postalische Erreichbarkeit leben. „Sie leben etwa bei Bekannten und lassen die Post zu uns schicken, um beispielsweise für Behörden erreichbar zu sein.“

Mehr von RP ONLINE