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Grevenbroich: Café Kultus fehlt das Geld

Grevenbroich : Café Kultus fehlt das Geld

Das Jugendcafé am Marktplatz ist in Geldsorgen und muss sein Angebot einschränken. Sonntags und Montags bleiben die Türen künftig zu. Trotz allem sagt Kultus-Leiter Stefan Wehlings optimistisch: "Es wird weitergehen."

An Gerüchten — so will es der Volksmund — haftet oft ein Fünkchen Wahrheit. So auch im Fall des Kultus, dem Jugend- und Kulturcafé im Schatten von St. Peter und Paul. Zwar stehen die Uhren für die Einrichtung noch nicht auf Fünf vor Zwölf, "aber die sorglosen Zeiten sind längst vorbei", sagt Kultus-Leiter Stefan Wehlings. Denn die Finanzierung durch Einnahmen und Geldern der Stadt sowie des Katholischen Jugendwerks reicht bei weitem nicht aus, um den jährlichen Betrieb aufrecht zu halten.

"Uns fehlt eine Summe zwischen 6000 und 7000 Euro. Die müssen wir durch Spenden decken, um das Kultus weiterzuführen", so Wehlings. Für das laufende Jahr 2010 ist die Grevenbroicher Sparkasse eingesprungen und hat mit 4000 Euro vorerst Planungssicherheit geschaffen. Und dennoch muss das Kultus sparen: Sonntags und Montags bleiben die Türen künftig zu, das Cafe hat nur noch zwischen Dienstag und Freitag geöffnet. Angesichts des Konzepts des Jugendcafés sei es nicht ganz so einfach, mehr Einnahmen zu bekommen. "Wir sind keine Kneipe, bei uns können Jugendliche auch einen Abend verbringen, ohne etwas zu verzehren", sagt Wehlings, der seit acht Jahren mit dem Kultus für ein Stück offene Kinder- und Jugendarbeit in Grevenbroich steht.

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Ob diese Arbeit in der jetzigen Form auch 2011 weitergeht, steht noch in den Sternen. "Denn wir wissen zwar, dass die Zuschüsse nicht reichen, sind aber schon froh, überhaupt konstant fördern zu können", erklärt Thomas Isop-Sander, Geschäftsführer des Katholischen Jugendwerks im Rhein-Kreis Neuss. "Ob wir angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen 2010 wieder fördern können, lässt sich momentan überhaupt noch nicht sagen", so Isop-Sander weiter.

Und auch der städtische Zuschuss von rund 60 000 Euro gehört zu den freiwilligen Leistungen der Stadt, könnte also jederzeit dem Rotstift zum Opfer fallen.

"Grundsätzlich bin ich aber Optimist. Es wird weitergehen, es wird Konzerte und Kinoabende und Partys geben. Derzeit bemühen wir uns darum, die Räumlichkeiten auch für Seminare zu öffnen. Das spült uns vielleicht etwas Extra-Geld in die Kassen", blickt Kultus-Chef Stefan Wehlings nach vorn.

(RP)