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Grevenbroich: Busbetrieb bringt 70 neue Jobs

Grevenbroich : Busbetrieb bringt 70 neue Jobs

Erfolg für die Wirtschaftsförderung: Der Busbetrieb Gilbacher GmbH zieht von Rommerskirchen nach Grevenbroich. Er hat mit 70 Mitarbeitern und 40 Bussen seinen neuen Standort im Industriegebiet Ost bezogen.

Ledersitze, Minibar und DVD— so lässt es sich bequem reisen. "Mit diesem Bus ist bereits die thailändische Prinzessin gefahren", erzählt Frank Kolping (47), bei der Gilbacher Service und Handels GmbH zuständig für Marketing und Vertrieb. Für das 1988 gegründete Unternehmen steht jetzt ein Standortwechsel an: Die Firma zieht von Rommerskirchen-Vanikum nach Grevenbroich. Heute wird der Sitz an der Siemensstraße eröffnet. Vom Landtag über RWE bis zu Ferrari reicht die Bandbreite der Kunden.

Klar, dass sich Wirtschaftsförderer Ulrich Held angesichts der 70 Mitarbeiter — Voll- und Teilzeitkräfte — freut. Fünf der Arbeitsplätze sind neu entstanden. "Eines Tages kam Stephan Müller, Geschäftsführer des Unternehmens, ins Büro und fragte nach einem Grundstück", berichtet Held. "In Rommerskirchen waren wir auf drei Standorte für Büro, Werkstatt und Busabstellplatz verteilt. An der Siemensstraße können wir die Betriebsabläufe optimieren", erklärt Kolping. Und Stephan Müller ergänzt: "Zunächst hatten wir überlegt, in Rommerskirchen zu bleiben. Dann haben wir uns für Grevenbroich entschieden — zentral zwischen Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach. Und die Autobahnanbindung ist gut". Das 2600-Quadratmeter-Grundstück an der Siemensstraße mit drei Hallen stand leer, früher war dort ein anderes Busunternehmen beheimatet.

Bei Staatsempfängen sind die Luxus-Busse mit dem Slogan "Gilbacher bewegt" ebenso zu finden wie bei Formel 1-Rennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring. "Wir fahren die Mannschaften von Formel 1-Teams, aber auch VIP-Gäste", so Müller — für welchen Rennstall, verrät er allerdings nicht. Gilbacher Reisen vermietet aber auch für andere Fahrten seine Busse mit bis zu 36 Sitzplätzen, fährt im Speziallinienverkehr für Behinderte und erschließt sich ein neues Aufgabenfeld: Am 1. Juni startet der "AirportXpress" mit einem Linienverkehr vom Kölner Hauptbahnhof über Aachen zum Flughafen Maastricht. Weitere Flughafenlinien von Köln nach Eindhoven sowie von Düsseldorf über Mönchengladbach und Roermond nach Maastricht sind geplant.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny freut sich über den Zuzug: "Jeder neue Arbeitsplatz in Grevenbroich ist wichtig." Laut Held konnten in zwei Jahren "312 Arbeitsplätze in der Stadt geschaffen und 397 durch Standortwechsel oder -erweiterung gesichert werden". Für die Gewerbeflächen an der Merkatorstraße interessieren sich zehn Firmen, auch fürs interkommunale Gewerbegebiet bei Neurath gibt's laut Kwasny einen Interessenten: ein Maschinenbauunternehmen mit rund 100 Arbeitsplätzen.

Rommerskirchens Wirtschaftsförderer Elmar Gasten ist enttäuscht: "Wir sind eine Wachstumsgemeinde, es schmerzt immer, wenn ein Unternehmen weggeht."

(NGZ)