Schützenfest in Grevenbroich 2018: Julian Flintz ist der erste Jungkönig

Schützenfest in Grevenbroich : Julian Flintz ist der erste Jungkönig

Der 18-Jährige konnte sich beim Vogelschuss gegen 17 Mitbewerber durchsetzen. Als erster Jungkönig darf er beim Schützenfest mit Geistlichkeit und Landrat in der Kutsche sitzen. Ziel des BSV ist es, ein jüngeres Publikum anzusprechen.

Zum ersten Mal gibt es beim Schützenfest einen Jungkönig: Julian Flintz aus Grevenbroich konnte sich beim Königsvogelschuss im Juni gegen 17 Mitbewerber an der Vogelstange durchsetzen – und darf am Fest-Sonntag als erster Jungkönig in der Geschichte des Vereins die Parade mit abnehmen. „Ich freue mich riesig aufs Fest“, sagt der 18-Jährige, der sich spontan dazu entschieden hatte, auf den Vogel zu schießen. „Lange im Voraus geplant hatte ich das nicht“, sagt der angehende Anlagenmechaniker, der das hölzerne Federvieh mit dem 38. Schuss von der Stange holte.

Gleichwohl kennt sich Julian Flintz mit dem Schützenwesen in Grevenbroich und auch mit dem Königsspiel gut aus: Sein Stiefvater Barthel Velder regierte 2013/2014 in der Schlossstadt und seine Mutter Manuela Velder belebte kürzlich mit einigen Reiter-Kolleginnen ein Damen-Reiterkorps wieder, das jetzt ebenfalls Teil des Schützenfestes ist. Pünktlich zu seinem 18. Geburtstag trat der Grevenbroicher in den Jägerzug „Sankt Sebastian“ ein, bei dem er bereits in den vergangenen drei Jahren inoffiziell mitfeierte. Der Zug hat eine lange Tradition: Gegründet wurde er 1954. „Wir jüngeren Mitglieder übernehmen ihn allmählich von den älteren“, sagt Julian Flintz.

Ein Höhepunkt für ihn: Als erster Jungkönig des BSV darf er zur Parade am Sonntag in der dritten Kutsche mit Geistlichkeit und Landrat Platz nehmen. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass der Präsident Detlef Bley dieses Jahr Schützenkönig ist – und folglich sonst ein Platz frei bleiben würde. „Das ist eine Ehre exklusiv für den ersten Jungkönig“, sagt Detlef Bley, der sich über die gute Resonanz insbesondere beim Vogelschuss freut: Von 18 Bewerbern, die auf den Vogel schießen wollen, können die Schützen normalerweise nur träumen. Allerdings hat der Jungkönig keine großen Verpflichtungen. „Auch nicht finanziell“, sagt Detlef Bley. Für den Verein ist die Sache mit den Jungkönigen – ab jetzt soll jedes Jahr ein Jungkönig ausgeschossen werden – ein gutes Instrument, um ein jüngeres Publikum anzusprechen, insbesondere beim Königsvogelschuss. „So können sie früh mit Verantwortung übernehmen“, sagt Bley. Die Idee dazu kommt aus den Reihen der Gemeinschaft junger Züge um Florian Mikulla und Mark Dürrbeck und wurde bereits im vergangenen Jahr ins Gespräch gebracht.

Die Kette für Jungkönig Julian Flintz, der hobbymäßig gerne Tennis spielt und Musiker im Tambourkorps Orken ist, wurde übrigens gestiftet: Stefanie und Rüdiger Schlott haben die Finanzierung übernommen, wie Detlef Bley berichtet. „Dafür danken wir der Familie Schlott sehr“, betont der Präsident und Schützenkönig, der damit im Namen des Vorstands spricht. Rüdiger Schlott ist den Grevenbroicher Schützen als Hauptmann der Vorreitergruppe bekannt.

Und Julian Flintz? Er genießt die Zeit als erster Jungkönig des BSV Grevenbroich. In den vergangenen Wochen und Monaten hat er Bley und andere Vorstandsmitglieder bereits zu einigen Terminen begleitet und damit die Schützen in der Stadtmitte repräsentiert. „Das ist einfach ein cooles Gefühl“, sagt der 18-Jährige. Und wer weiß? Vielleicht tritt er eines Tages auch als potenzieller Kronprinz an den Schießstand.

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