Schützenfest in Grevenbroich „Ich kann delegieren und Verantwortung übertragen“

Grevenbroich · Der neue BSV-Präsident Detlef Bley will seinem Vorstandsteam auch Freiräume lassen. Und die Jugendförderung liegt ihm am Herzen.

 BSV-Präsident Detlef Bley.

BSV-Präsident Detlef Bley.

Foto: Wiljo Piel

Sie sind als neuer BSV-Präsident in große Fußstapfen getreten. Wie fühlt es sich an, nach Peter Cremerius nun einen so großen Verein führen zu müssen?

Detlef Bley Gut, denn ich habe ein gut bestelltes Feld angetroffen, bei dem ich mich auf ein motiviertes Team verlassen kann.

Können Sie auch delegieren, oder sind Sie ein Schützen-Chef, der im Vorstand am liebsten alles selbst machen würde?

Bley Ich kann sogar sehr gut delegieren, weil ich das in meinem Beruf auch gelernt habe. Dabei habe ich auch festgestellt, dass man beim Delegieren auch Verantwortung übertragen sollte. Das beinhaltet natürlich auch, dass man vor allem den Jüngeren im Vereinsvorstand auch zubilligt, ihre eigenen Fehler zu machen.

Können Sie Beispiele nennen, wo etwa in der Vorbereitung des Schütznenfestes 2018 auch Fehler gemacht worden sind?

Bley Eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil: Vor allem die jüngeren Leute sind enorm motiviert. Und dann muss man sie auch mal machen lassen.

Fühlen Sie sich als neuer BSV-Präsdent vor allem, was Ihr erstes Schützenfest in diesem Amt angeht, sozusagen „ins kalte Wasser“ geworfen, oder hatten Sie ausreichend Zeit, sich auf diese neue Aufgabe vorzubereiten?

Bley Ich hatte tatsächlich schon eine Vorbereitungszeit von zwei bis drei Jahren, in denen ich im Vorstand auch an dem neuen Zugweg mitgearbeitet habe, dem wir in diesem Jahr zum ersten Mal nehmen werden. Ich konnte in die Aufgabe gut hineinwachsen.

Wie wird der neue Zugweg geführt und warum wird er nun geändert?

Bley Wir hatten bei dem alten Zugweg immer längere Wartezeiten, die dann für die Zuschauer schwer zu überbrücken waren. Jetzt soll alles flüssiger im Ablauf und damit auch spannender für die Zuschauer werden. Wir gehen am Sonntag quasi im Karrée von der Lindenstraße ab durch die Kölner Straße, Breite Straße in Richtung Bahnhof und wieder zurück und sind dann konzentriert in der Stadtmitte zu sehen.

Gibt es ein besonderes Anliegen, das Ihnen als dem neuen BSV-Präsidenten besonders am Herzen liegt?

Bley Besonders wichtig ist mir auf jeden Fall auch die Förderung unseres Nachwuchses. Zum Glück haben wir aber im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen keine Probleme, Nachwuchs zu gewinnen. Das liegt vor allem daran, dass wir mit Uli Herlitz und Axel Holzhausen überaus engagierte Leute haben, die sich um die Betreuung des Nachwuchses kümmern. So schaffen wir es, dass wir auch immer wieder neue Züge aufnehmen können.

Und wie sieht es mit Ihrem eigenen Kontakt zur Jugend im BSV aus?

Bley Ich habe eine Patchwork-Familie mit zwei eigenen Töchtern und vier Kindern von meiner Lebensgefährtin. Also haben wir sechs Mal die Pubertät der Kinder hinter uns gebracht. Wir sind also ganz nah dran, wenn es um die Jugend geht.

Nicht so toll sieht es ja mit dem Fackelzug beim BSV-Schützenfest aus. Gibt es Bestrebungen, die Zahl wieder in die Höhe zu bringen?

Bley Wir werden diesmal sieben eigene und zwei Gastfackeln haben. Tatsächlich sprechen wir die Vereine in der Nachbarschaft vermehrt an. Auf Dauer müssen wir aber auch wieder mehr eigene Fackeln haben.