Auf 30 Schützenfesten im Jahr unterwegs : Die Trippens – echte Kirmes-Urgesteine in Grevenbroich

Die Familie Trippen betreibt bereits in dritter Generation mehrere Stände auf den Schützenfesten rund um die Stadt Grevenbroich. Insgesamt arbeitet sie auf bis zu 30 Plätzen jedes Jahr. Angefangen hat alles mit einer Schiffschaukel.

Es begann mit Willi Trippen, der nach dem Krieg auf der Grevenbroicher Kirmes mit dem Verkauf von Eis und einer Schiffschaukel seinen Lebensunterhalt verdiente. Heute leitet sein Enkel, Uwe Trippen (57), den Betrieb, der von seiner Frau und seinen Söhnen unterstützt wird. Doch mittlerweile steht die Familie Trippen auf den Schützenfesten rund um Grevenbroich für mehr als Eis und eine Schaukel. Neben Schießwagen und „Bier-Kutsche“, hat die „Havanna-Bar“ mit ihrem Cocktailstand im Grevenbroicher Raum bereits Kultstatus erreicht. „In Wevelinghoven und Stadtmitte haben wir mittlerweile Mallorca pur“, erzählt Uwe Trippen. „Wir haben für Samstag und Montag wieder einen DJ engagiert“, verrät der Schausteller.

Nachdem Uwes Vater, Josef Trippen (89), den Betrieb von dessen Vater Willi übernommen hatte, entwickelte sich der Schaustellerbetrieb der Familie stetig weiter. Attraktionen wie die bekannte Kindereisenbahn, das Bistro und die Schießwagen kamen hinzu. Als Uwe Trippens Arbeit bei „Pfeifer und Langen“ zu Ende ging, entschied er sich, den Betrieb seines Vaters fortzusetzen. ‚Ich mach’ das jetzt weiter’, dachte sich Uwe Trippen damals.

Mit der Zeit hat der 57-jährige Grevenbroicher das „Bistro“ in die „Havana-Bar“ mit einem Cocktailstand umgebaut. Auch die „Bier-Kutsche“ der Trippens versorgt während der Schützenfeste die Besucher mit kühlen Getränken. „Der Ausschank ist unser Hauptgeschäft“, erklärt Uwe Trippen .

Bei den Trippens packt die ganze Familie im Geschäft mit an. Susann Trippen, Uwes Frau, betreibt den Cocktailstand der „Havanna-Bar“. Die Söhne des Ehepaares, Niklas (23) und Lukas (19), helfen bei den großen Schützenfesten ebenfalls mit. „Mir war wichtig, dass die Jungs erstmal eine Ausbildung machen, danach können sie sich immer noch überlegen, ob sie den Betrieb übernehmen wollen“, sagt Vater Uwe Trippen. Auch Uwes Bruder, Norbert Trippen, hilft gelegentlich im Betrieb mit. Uwes Mutter Gerda-Marie ist vor fast genau einem Jahr unerwartet verstorben. Sie habe immer im Bistro gesessen und alles genau beobachtet. „Das war ihr Ding“, erinnert sich Uwe mit einem Lächeln zurück.

Das Leben als Schaustellerfamilie erfordert den Trippens Einiges ab. „Wir sind im Jahr auf bis zu 30 Schützenfesten vertreten“, sagt Uwe Trippen. Die Kirmes-Saison geht für die Familie von Anfang Mai bis Mitte November. Schon nach zwei Wochen Pause beginnt dann direkt das Weihnachtsmarktgeschäft. Aber meistens lohnt sich die harte Arbeit der Schausteller. „Hier in Grevenbroich sind die Schützenfeste in Stadtmitte, Wevelinghoven und Kapellen immer noch sehr lukrativ“, erzählt Trippen. Auf den kleineren Festen werde es jedoch langsam immer schwieriger. „Vielleicht sollten sich die kleineren Plätze überlegen, ob sie sich nicht zusammenschließen wollen“, schlägt Uwe Trippen vor.

Ein 0,25er-Becher Bier bei Trippens „Bier-Kutsche“ oder in der Havanna-Bar kostet übrigens 2,20 Euro. Das sei im Vergleich zu anderen großen Schützenfesten günstig. In Neuss zum Beispiel sei der Preis von 2,50 Euro der Standard. „Für Grevenbroich haben wir aber gesagt: Komm, wir lassen den Preis bei zwei Euro – und alles ist gut“, betont Uwe Tripppen.