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Grevenbroich: Bürgerschützen stärken die Ökumene

Grevenbroich : Bürgerschützen stärken die Ökumene

Beim Festgottesdienst wird es ein ökumenisches Morgenlob geben. Daran schließt die katholische Messe an. Ein Testlauf für die Zukunft.

Der Grevenbroicher Bürgerschützenverein (BSV) stärkt die Ökumene. Zur Messe am Festsonntag, 7. September, wird es daher ein ökumenisches Morgenlob geben. Darauf haben sich Monsignore Guido Assmann, derzeit Pfarrverweser der Pfarreiengemeinschaft Elsbach/Erft, und Pfarrerin Monika Ruge von der evangelischen Christuskirche mit dem Schützen-Vorstand verständigt. Federführend für den BSV war dabei Vize-Präsident Lothar Zimmermann. "Wir sehen das Konzept mit dem ökumenischen Morgenlob zunächst als Versuchslauf", sagt er. "Wird es von den Schützen angenommen, dann werden wir nach unserem Fest besprechen, ob es ein Konzept für die Zukunft sein kann."

 Pfarrer Guido Assmann und Pfarrerin Monika Ruge haben sich mit der Frage beschäftigt, wie es zum Schützenfest mehr Ökumene geben kann.
Pfarrer Guido Assmann und Pfarrerin Monika Ruge haben sich mit der Frage beschäftigt, wie es zum Schützenfest mehr Ökumene geben kann. Foto: LB/LH/MR

Das würde jedoch das endgültige Aus für die Regelung bedeuten, auf die sich Katholiken und Protestanten zuletzt verständigt hatten. In den vergangenen Jahren fand der Gottesdienst jeweils im Wechsel in der Citykirche St. Peter und Paul sowie in der Christuskirche statt. Etabliert sich das ökumenische Morgenlob, müsste der Festgottesdienst am Sonntag in Zukunft stets in St. Peter und Paul stattfinden. Guido Assmann erklärt dies damit, dass die Messe am Sonntag für die Katholiken nicht zu Disposition stehen kann. Daher gibt es auch keinen ökumenischen Gottesdienst, sondern lediglich ein gemeinsam gestaltetes ökumenisches Morgenlob.

 Pfarrer Guido Assmann und Pfarrerin Monika Ruge haben sich mit der Frage beschäftigt, wie es zum Schützenfest mehr Ökumene geben kann.
Pfarrer Guido Assmann und Pfarrerin Monika Ruge haben sich mit der Frage beschäftigt, wie es zum Schützenfest mehr Ökumene geben kann. Foto: LB/LH/MR

Darin singen die Gottesdienstbesucher gemeinsam, sie beten Psalmen, lesen einen Bibeltext und hören die Predigt - und feiern damit, was sie eint: das Hören auf Gottes Wort. In einem nahezu fließenden Übergang wird sich dann die katholische Messe anschließen, "denn diese ist für Katholiken an einem Sonntag unaufgebbar", betont Guido Assmann. Dabei müsse die Trennung beider Kirchen ausgehalten werden. "Etwas, das wir von evangelischer Seite natürlich respektieren, gleichwohl auch bedauern", betont Pfarrerin Monika Ruge. "Zugleich freuen wir uns natürlich über jedes Zeichen ökumenischer Gemeinschaft."

Beide Kirchen schaffen mit der Regelung einen Spagat zu mehr Ökumene, der - das räumen Assmann und Ruge ein - ein beidseitiges Entgegenkommen erfordert. Ein festlicher Gottesdienst, an dem beide Kirchen beteiligt sind, ist traditioneller Bestandteil am Höhepunkt des Schützenfestes. Deshalb beschäftigten sich die Geistlichen eindringlich mit der Frage, wie mehr Ökumene am Sonntag umsetzbar ist - und fanden Beispiele in Dormagen und Neuss. "Dort ist der Messfeier ein ökumenisches Morgenlob vorgeschaltet, und das kommt gut an", sagt Assmann.

Nach dem Schützenfest wird der BSV-Vorstand mit den Geistlichen erörtern, ob das ökumenische Morgenlob in Zukunft fortgesetzt wird oder ob es bei der Regelung, den Festgottesdienst im jährlichen Wechsel in St. Peter und Paul sowie der Christuskirche durchzuführen, bleibt. Es ist zudem eine Besonderheit in Arbeit. "Geplant ist, den Festgottesdienst mit dem ökumenischen Morgenlob zu filmen", sagt Lothar Zimmermann.

(NGZ)