Grevenbroich: Bürgermeisterin lehnt Konverter im Kraftwerk Frimmersdorf ab

Grevenbroich: Bürgermeisterin lehnt Konverter im Kraftwerk Frimmersdorf ab

Ursula Kwasny lehnt den Bau eines Stromkonverters im Kraftwerk Frimmersdorf entschieden ab. "Der hat in unserer Stadt nichts zu suchen. Ich will keinen großen grauen Klotz, der in der Gegend herumsteht, und den sonst keiner haben will", machte die Bürgermeisterin im Rahmen ihres Neujahrsempfangs vor rund 350 Gästen deutlich. Der Kraftwerksstandort müsse anders genutzt werden.

Die Firma Amprion plant einen Stromumwandler in Meerbusch-Osterath. Doch dort formiert sich die Widerstand gegen dieses Vorhaben. Reiner Priggen, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, sieht im Braunkohlerevier einen Alternativstandort: Statt nahe eines dicht besiedelten Gebiets wie in Meerbusch sollten großtechnische Standorte wie am Kraftwerk Frimmersdorf/Neurath genutzt werden.

Auch wenn Priggen von diesem Vorschlag mittlerweile abgerückt ist, wehrt sich Bürgermeisterin Ursula Kwasny: "Wenn ein Kraftwerk nach vielen Jahrzehnten abgerissen wird, weil es nicht mehr wirtschaftlich ist und nicht umweltfreundlich betrieben werden kann, dann wollen wir auch eine Folgenutzung, die die Arbeitsplätze in unserer Stadt hält", unterstrich sie. Kwasny folgte damit auch einer Resolution, die der Rat in seiner Dezember-Sitzung verabschiedet hatte. Die Politiker hatten sich einstimmig gegen einen Konverter auf den Kraftwerks-Arealen in Frimmersdorf und Neurath ausgesprochen.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärte beim Neujahrsempfang, dass er — entgegen anderslautender Mitteilungen — nicht für einen Konverter-Standort in Frimmersdorf sei. Für das Projekt müsse ein Gelände gefunden werden, von dem die wenigste Belastung ausgehe. "Wo das ist, kann ich nicht sagen", meinte Petrauschke und gab zu bedenken: "Wenn aber alle Stadträte den Konverter in ihrer Kommune ablehnen, wird es schwierig."

Die SPD hat zum Jahresbeginn eine Protest-Aktion gegen einen Konverter-Standort im Süden der Stadt angekündigt. "Wenn wir jetzt nicht handeln, haben wir bald das Nachsehen", befürchtet Stadtverbands-Chef Daniel Rinkert.

(wilp)
Mehr von RP ONLINE