Grevenbroich: Bürgermeisterin lehnt einen Konverter in Grevenbroich ab

Grevenbroich : Bürgermeisterin lehnt einen Konverter in Grevenbroich ab

Der Netzbetreiber Amprion ist auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für einen Konverter als Schaltstelle in der geplanten Stromautobahn. Im zweiten Quartal diesen Jahres will er eine Rangliste möglicher Standorte vorlegen, die sich in einem 20-Kilometer-Radius rund um das Umspannwerk in Meerbusch-Osterath befinden. Darunter fällt auch die Stadt Grevenbroich, doch die lehnt ab.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte zwar schon vor geraumer Zeit das Kraftwerk Frimmersdorf ins Gespräch gebracht, doch das könne nach derzeitiger Erkenntnis als Standort wohl ausgeschlossen werden, meint Rathaussprecher Andreas Sterken: "Es müssten vorher aufwendige Abrissarbeiten in Angriff genommen werden, das aber ist nicht mit dem Zeitplan für den Konverterbau zu vereinbaren." Wohl aber gebe es Flächen entlang der Trasse des 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetzes, die für einen Konverter in Frage kämen und das Grevenbroicher Stadtgebiet berührten. Die Stadtverwaltung lehnt aber auch dort einen Konverterbau ab. "Wir sind der Meinung, dass industriell vorbelastete Gebiete und insbesondere Standorte in der Nähe weiterer wichtiger Energieerzeuger nicht in Frage kommen sollten", so Sterken. Diesen Standpunkt wollte die Bürgermeisterin auch noch einmal schriftlich dem Unternehmen Amprion mitteilen.

Ursula Kwasny befürchtet, dass auch das geplante interkommunale Gewerbegebiet an der Autobahn 540 in die engere Wahl für den Standort des Konverters gezogen werden könnte. "Ein solches Gelände wäre vollkommen verkehrt", meint die Verwaltungschefin. Denn das rund 40 Hektar große Areal würde für die Stadt Grevenbroich nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch mehr Gewerbesteuereinnahmen bedeuten. "Ein Konverter würde diese Chance zunichte machen", sagt Kwasny. Der Grevenbroicher Stadtrat hat sich bereits gegen einen Standort an der Autobahn 540 ausgesprochen.

(wilp/busch-)
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