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Bürgerbus soll Dörfer mit der City in Grevenrboich verbinden

Personenbeförderung in Grevenbroich : Bürgerbus soll Dörfer mit der City verbinden

Neuer Vorstoß fürs Bürgerbus-Projekt: „Unser Neukirchen“ will nun  ausloten, ob sich genügend Freiwillige als Fahrer finden lassen.

Seit Jahren klagen Neukirchener über unzureichende Busverbindungen in die Innenstadt. 2018 hatte Bürgermeister Klaus Krützen Vertreter aus mehreren Stadtteilen an einen Tisch geholt, um Möglichkeiten für einen Bürgerbus auszuloten – ein Kleinbus mit ehrenamtlichen Fahrern, der das Busliniennetz ergänzen soll. Längere Zeit herrschte weitgehend „Funkstille, nun macht der Dorfverein „Unser Neukirchen“ einen Vorstoß für ein Bürgerbus-Projekt.

Bedarf für ein besseres Busangebot für Neukirchen sieht Heinz-Jürgen Année auf jeden Fall. „Immer wieder wird hier beklagt, dass Neukirchen sowohl an die City als auch an die S-Bahn schlecht angebunden ist“, berichtet der Vorsitzende von „Unser Neukirchen“. Laut dem neuen Nahverkehrsplan für den Kreis sollen zwei Verbesserungen geprüft werden: eine Verbindung in die Innenstadt ohne umzusteigen und die Verlängerung einer geplanten Schnellbuslinie von Düsseldorf über Neuss nach Grevenbroich. Laut Kreis muss die Stadt die Prüfung anstoßen. „Wir gehen davon aus, dass sich ein Bürgerbus bei ausreichender ehrenamtlicher Unterstützung schneller realisieren lässt als eine klassische Buslinie. Die Stadt begrüßt die Initiative“, sagt Rathaus-Sprecher Stephan Renner.

Der Dorfverein „Unser Neukirchen“ überlegt nun, wie Année erklärt, mit „Hilfe von Vereinen aus Nachbardörfern“ das Bürgerbus-Projekt anzustoßen – gedacht ist dabei etwa an Hülchrath, Münchrath und Langwaden. Noch steht die Idee in Neukirchen am Anfang. „Zunächst wollen wir ausloten, ob genügend Menschen bereit sind,  den Bus ehrenamtlich zu steuern“, sagt Heinz-Jürgen Année. „Wir sind dabei, Bürger anzusprechen. Wenn wir etwa zwölf bis 15 Freiwillige finden, würden wir den nächsten Schritt gehen.“

Herausforderungen gibt es reichlich, bevor der Bus zur ersten Fahrt starten kann. Ein Bürgerbus-Verein muss gegründet und ein Verkehrsunternehmen gefunden werden, das die Linienkonzession beantragt und den Kleinbus kauft. Zudem muss die Finanzierung geklärt sein und die Route festgelegt werden. „Die Verbindung an die Innenstadt wäre das Wichtigste. Wünschenswert wäre aber auch eine Anbindung an die S-Bahn – entweder in Kapellen oder in Neuss-Allerheiligen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Aus dem Grevenbroicher Rathaus hat Année „Signale, dass die Stadt das Projekt unterstützt“.

Interesse gibt es auch in Hülchrath. „Ich würde das Thema gern in der Dorfgemeinschaft einbringen, um das Verkehrsangebot vor allem für junge und ältere Menschen hier zu verbessern“, sagt Albert Stromann, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. An Wochenenden sei es „kaum möglich, mit dem Bus in die Innenstadt oder nach Kapellen zu kommen“.