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Grevenbroich: Bürger markieren 100 "Wutpunkte"

Grevenbroich : Bürger markieren 100 "Wutpunkte"

Falschparker, Hundekot oder wilder Müll: Auf einer digitalen Landkarte im Internet können Bürger anonym eintragen, was sie in ihrer Stadt stört. Für den Raum Grevenbroich wurden rund 100 solcher "Wutpunkte" markiert.

Mit wenigen Klicks lässt sich ein Überblick darüber verschaffen, was die Grevenbroicher stört an ihrer Stadt. Denn Kommentare wie: " Außerorts Flüsterasphalt für die Hasen, innerorts Schlaglöcher" oder: "Anwohner parken wie sie wollen, kaum Platz für Rettungsfahrzeuge" häufen sich auf der Internetseite www.wutpunkte.de. Auf dem Portal können Bürger anonym auf einer Landkarte Punkte markieren, an denen es ihrer Meinung nach Missstände gibt. Egal, ob es sich dabei um Belästigungen durch Lärm, Müll oder die Situation im Straßenverkehr handelt — die Bürger können ihrer Wut Luft machen.

Rund 100 solcher Wutpunkte wurden bisher auf der interaktiven Landkarte, die von drei Studenten aus Viersen ins Leben gerufen wurde, für den Raum Grevenbroich angegeben. Die Hoffnung dahinter: Mit der Veröffentlichung soll sich was ändern in der Stadt.

Doch eine einfache Nennung von "Wutpunkten" reicht dafür womöglich nicht aus, wie Stadtsprecher Andreas Sterken erklärt. "Wir kennen Portale wie diese", sagt Sterken. "Doch wir können nicht alle Angebote im Auge behalten", räumt er ein. Vielmehr ermutigt er verärgerte Bürger, das städtische Online-Formular zu nutzen. "Defekte Ampeln, Müll oder Fahrbahnschäden können dort gemeldet werden. Die Bürgerbeschwerden werden unmittelbar an die zuständigen Behörden weitergeleitet", versichert der Stadtsprecher.

Eine Aussage, die vor allem für die Anwohner in Kapellen ernüchternd sein dürfte. Denn mit zwölf Markierungen haben sie die meisten Treffer im Stadtgebiet und fordern unter anderem eine Verbesserung der Verkehrssituation entlang der Friedrichstraße / L361, wo es besonders viele Beschwerden über Falschparker, Lärm und Hundekot gibt.

"Eine Minute bis zum Wald, warum machen die Hunde immer hier in die Gasse", kommentiert ein User die Situation an der Stövergasse, Ecke Friedrichstraße. Andere fordern den Ausbau der L391n. Auch in Hemmerden wurden Wutpunkte gemeldet. "Trotz 30er Limit wird immer erheblich schneller gefahren", so ein Kommentar zur Situation auf der Bedburdycker Straße.

Die Verschmutzung durch Hundekot wird am Dycker Mühlenweg bemängelt, ebenso die Missachtung des absoluten Halteverbots vor dem Zebrastreifen an der Schulstraße. Aufreger auch im Süden der Stadt: Die hohe Unfallgefahr an der L 375/Energiestraße in Frimmersdorf oder die Situation an der Graf-Kessel-Straße — "bei nassem Wetter ein Schlammloch, bei Trockenheit eine Staub- und Steinwüste. Wucherndes Unkraut und herumliegender Abfall. Einfach ungepflegt und unansehnlich", lautet ein Kommentar.

(NGZ/rl)