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Grevenbroich: Bürger klagen über Dreck und Müll

Grevenbroich : Bürger klagen über Dreck und Müll

Beim NGZ-Mobil auf dem Grevenbroicher Markt klagten gestern viele Bürger über das Müll-Problem in der Schlossstadt. Sie äußerten Verständnis für das Ordnungsamt – und forderten mehr Rücksichtnahme von ihren Mitbürgern.

Die Schlossstadt soll deutlich sauberer werden – dies ist die Meinung der Menschen, die gestern beim NGZ-Mobil am Grevenbroicher Markt vorbeischauten. Allerdings äußerten die Bürger dabei auch Verständnis für das Ordnungsamt. Josef Heister aus Noithausen zum Beispiel betonte: "Man kann nicht überall jemanden hinstellen, der aufpasst." Er appellierte auch an das Verhalten seiner Mitbürger. "Mehr Rücksichtnahme wäre schön", sagte der 77-Jährige.

Im Gespräch über das Müll-Problem (v. l.) : Redakteur Andreas Buchbauer, die Leser Josef Heister und Karl-Heinz Hagen sowie Redakteurin Daniela Buschkamp. Foto: Michael, Reuter

Rosemarie Riedel aus Neukirchen betonte, dass wilder Müll nicht nur in der Innenstadt ein Problem sei. Bei den täglichen Spaziergängen mit ihrem Hund entdecke sie immer wieder achtlos in die Gegend geworfenen Abfall. "Besonders am Bahndamm in Neukirchen ist es schlimm. Dort werden ganze Säcke einfach hingeworfen, oft sind sie mit alter Kleidung gefüllt", sagte die 73-Jährige. Für sie ist das absolut unverständlich. "Es gibt doch genug Kleidertonnen, die gleich in der Nähe stehen. Da muss niemand seinen Müll einfach so in die Gegend werfen." – "Ich ärgere mich über wilden Müll. Manchmal stellen die Leute sogar ganze Computer ab", sagte Hans Langen.

UWG-Fraktionsvorsitzende Martina Flick diskutierte beim NGZ-Mobil mit. Foto: Michael, Reuter

Eine wilde Mülldeponie an der Straße Am Hammerwerk stört Günter Bölz (68). Regelmäßig beobachte er, dass dort Müllsäcke an der Straße abgestellt würden. "Wenn es da Probleme mit Ratten gibt, wundert mich das gar nicht", so der 68-jährige Orkener. Auch Doris Zadeck versteht nicht, warum der Müll immer häufiger neben den dafür vorgesehenen Eimern landet. "Die Abfalleimer sind doch groß genug und Dinge wie sperrige Pizzakartons gehören dort einfach nicht rein", erklärte Zadeck, die in Wevelinghoven lebt. Sie schlug eine bessere Kennzeichnung der Mülleimer vor: "Vielleicht kann man den Eimern eine auffällige Farbe geben und das Wort Mülleimer darauf schreiben – eventuell sogar mehrsprachig."

Dafür setzt sich auch UWG-Fraktionsvorsitzende Martina Flick ein: "Größere, durchaus auch attraktiv gestaltete Mülleimer würden besser genutzt werden." Als Beispiel für eine Dreckecke nennt sie den Bereich an der Bergheimer Straße mit mehreren Schulstandorten sowie einem Discounter und einer Pizzeria: "Wenn dort ein Pizzakarton auf der Mülleimer-Öffnung steht, wird der Behälter nicht mehr genutzt."

Als Spaziergänger ärgert sich Karl-Heinz Hagen (67) aus Gilverath über Hundedreck: "Beim Weg von der Gilverather Straße zur Erftbrücke liegt so viel Hundekot, dass man hüpfen muss, um nicht hineinzutreten." Er appellierte zu mehr Rücksichtnahme und auch Eigeninitiative – etwa dann, wenn es um herabfallendes Laub geht.

Franz-Anton Lenze (73) fand, dass verwahrloste Grundstücke im Innenstadtbereich zu Ärgernissen werden können. Seiner Meinung nach sollten auch brachliegende Flächen von den Eigentümern gepflegt werden. Schließlich trage üppiger Unkrautwuchs nicht gerade zu einem schönen Erscheinungsbild der Schlossstadt bei.

(NGZ)