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Grevenbroich: Bürger hadert mit GWG wegen Wasserqualität

Grevenbroich : Bürger hadert mit GWG wegen Wasserqualität

Friedhelm Wolters ist mit seiner Geduld am Ende. "Teures Wasser, schlechte Qualität", klagt der 65-Jährige. Und vor allem: "Zu viel Kalk." Als die Preise fürs Trinkwasser zu Jahresbeginn vom Gas- und Wasserwerk (GWG) um rund ein Drittel erhöht wurden, verschaffte Wolters seinem Unmut Luft: Der Neuenhausener schrieb Beschwerdebriefe an das GWG. "Dort stoße ich auf taube Ohren", sagt Wolters. Das ärgert ihn. "So geht man nicht mit Bürgern beziehungsweise Kunden um."

Allerdings hatte GWG-Aufsichtsratschef Norbert Gand Anfang März vergeblich versucht, den erbosten Bürger telefonisch zu erreichen. Wolters, der vor dreieinhalb Jahren aus familiären Gründen von Mönchengladbach nach Neuenhausen zog, dachte, es käme endlich Bewegung in die Sache. Deshalb sandte er Gand noch einmal alle Unterlagen bezüglich seiner Beschwerde. "Seither ist leider nichts passiert", sagt Wolters.

Norbert Gand erklärt, er habe die Beschwerde auf seiner Agenda. "Natürlich werde ich mich mit Herrn Wolters in Verbindung setzen", sagt er. Doch Wolters' Einwand, die Wasserqualität sei miserabel, will er so nicht stehenlassen. "Unser Wasser hat eine gewisse Härte, die auf die Bodenbeschaffenheit des Brunnens zurückzuführen ist", sagt Gand. Der Kalkanteil liege am hohen Magnesium- und Calciumgehalt. "Deshalb gilt unser Wasser als besonders gesund."

Das dürfte Friedhelm Wolters Unmut kaum besänftigen. "Mich interessiert nicht, welche Mineralien und Nitrate im Wasser enthalten sind", stellt er klar. "Mich ärgert, dass ich zum Beispiel meinen Eierkocher ständig entkalken und seit Jahresbeginn auch noch mehr fürs Wasser zahlen muss."

Allerdings lag Grevenbroich laut Statistischem Landesamt in den vergangenen Jahren bei den Trinkwasser-Preisen deutlich unter dem Schnitt im Rhein-Kreis Neuss. Die Bruttoentgelte lagen in Grevenbroich von 2008 bis 2010 bei durchschnittlich 1,21 Euro pro Kubikmeter. Der Durchschnittspreis im Rhein-Kreis lag bei 1,57 Euro.

Auch an die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) hatte sich Wolters mit seinem Problem gewandt. "Dort gab es immerhin ein Treffen", sagt er.

(NGZ)