Grevenbroich: Bürger fordern schnelles Internet

Grevenbroich : Bürger fordern schnelles Internet

Nicht alle Grevenbroicher surfen mit Hochgeschwindigkeit durchs Netz. In Allrath, Gustorf und Hemmerden etwa klagen Bürger über lahme Internet-Verbindungen. Die SPD fordert eine Breitband-Analyse von der Stadt.

Während die einen mit Hochgeschwindigkeit durchs Netz surfen, haben die anderen Probleme, überhaupt eine Verbindung zu bekommen. "In manchen Teilen der Stadt Grevenbroich hapert es noch mit dem Internet. Da dauert es Minuten, um eine Seite aufzurufen", schildert Horst Gerbrand. Klagen seien seiner Partei etwa aus Gustorf und Hemmerden zugetragen worden: "Dort soll es noch sehr langsam zugehen."

Auch in Allrath stöhnen Computerfreunde über lahme Verbindungen. "Wir gurken hier mit 728 Kilobyte durchs Netz", schildert Ulrich Hassels: "Und wenn in unserem Ort mehr als zehn Mann im Internet sind, geht überhaupt nichts mehr." Als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft "Allrath aktiv" hatte er der Stadt bereits vor Monaten vorgeschlagen, einen Teil des Geldes aus dem Konjunkturpaket II in die Breitband-Versorgung zu investieren — doch: "Leider ist das im Sande verlaufen", beklagt Hassels.

Vor diesem Hintergrund fordert die SPD von der Stadt schon seit 2010 eine Bedarfs-Analyse: "Wir wollen wissen, wie es mit den Internet-Verbindungen in Grevenbroich allgemein aussieht, und wo es weiße Flecken auf der Landkarte gibt", sagt Horst Gerbrand. Da sich die Verwaltung bislang nicht geregt habe, macht seine Fraktion nun Druck: Die SPD will schnell Ergebnisse auf den Tisch.

"Die Bedeutung des Internets darf nicht unterschätzt werden", erklärt Gerbrand: "Schon in der Schule wird verlangt, dass die Jugendlichen im Netz recherchieren. Dafür brauchen sie aber vernünftige Verbindungen." Auch für die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben sei es notwendig, schnelle Leitungen anzubieten.

Wie Bürgermeisterin Ursula Kwasny erklärt, hat sie die Mitarbeiter der städtischen Wirtschaftsförderung auf das Thema angesetzt. "Die Analyse ist in Arbeit und wird in Kürze den Beigeordneten und Dezernenten der Stadt vorgelegt", erklärt sie. Eines stehe für Kwasny fest: "Wenn die Breitbandversorgung ausgebaut werden soll, muss die Stadt auch Geld in die Hand nehmen." Möglicherweise könne sie auf die Unterstützung von RWE Power hoffen.

"Eine schnelle Internetverbindung ist auch ein wichtiger Standortfaktor. Keine Firma wird sich hier ansiedeln, wenn sie keine vernünftigen Datenleitungen hat", betont Horst Gerbrand: "Insofern sollte über Modelle nachgedacht werden, wie ein Ausbau der Breitband-Versorgung wirtschaftlich dargestellt werden kann." Der SPD-Fraktionschef könne sich etwa eine Kooperation mit dem Rhein-Kreis vorstellen: "Die Initiative", so sagt er, "muss aber von uns ausgehen."

(NGZ)
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