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Grevenbroich: Bündnis gegen "Kahlschlag"

Grevenbroich : Bündnis gegen "Kahlschlag"

Ein neues Aktionsbündnis aus Vereinen plakatiert im Süden: Sie fürchten den "Kahlschlag" in Frimmersdorf, Neurath und Gustorf, wenn Erfthalle oder Haus Neurath wegfallen: "Politik und Verwaltung müssen umdenken."

Im Grevenbroicher Süden sind die Menschen so zornig, dass sie kleine Plakate aufhängen. Überschrift: "Kahlschlag an den städtischen Gebäuden in den südlichen Stadtteilen." Zu sehen: die Erfthalle, das ehemalige Wellenfreibad, das Sportheim, Haus Neurath, das Hallenbad in Gustorf, die frühere Grundschule und Rathaus – als Beispiele für "Gleichgültigkeit und verfehlte Politik". Einer der Verfasser ist Werner Alderath, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Frimmersdorf: "Zurzeit gibt es nur fünf Aktive, aber wir sind keine Handvoll Träumer: Wir vertreten 2000 Mitglieder aus den Vereinen." Die Plakatierung sei eine "spontane Aktion" gewesen: "Wir lassen uns diese Politik nicht mehr gefallen."

"Gebäude wurden vernachlässigt"

Viele Frimmersdorfer sind aufgebracht über die drohende Aufgabe der maroden Erfthalle. In das Gebäude muss investiert werden, etwa in den Brandschutz. Laut einem Gutachten der Dehoga sei ein kostendeckender Betrieb unmöglich, auch wenn die Halle mit 62 Veranstaltungen im Jahr belegt sei. Für die Verwaltung und Bürgermeisterin Ursula Kwasny ein Problem: "Der Stadt fehlt das Geld, um die Erfthalle wieder fit zu machen. Wenn wir es hätten, würde ich es nutzen – aber ich habe es nicht. Ich kann den Zorn der Menschen gut verstehen, viele Gebäude wurden vernachlässigt", sagt Kwasny. Jetzt müsse der Stadtrat schnell entscheiden – anders als beim Hallenbad in Gustorf: "Mit dem Abriss haben wir zu lange gewartet."

Werner Alderath sagt, was viele Grevenbroicher denken: "Wir wollen keine ,Fünf Sterne plus'-Sanierung der Erfthalle oder eine neue Bürgerhalle. Die Bürger wollen ihre Erfthalle als funktionierende Stätte der Begegnung und zur Aufwertung der Lebensqualität für Frimmersdorf und Umgebung erhalten wissen – so, wie es als Verpflichtung in den Verträgen zur Eingemeindung festgehalten wurde." Was Alderath und seine Vereinskollegen kritisieren: "Über diese Verträge hat sich die Stadt bisher in allen Belangen hinweggesetzt. Bei jedem Bürger würde ein solches Verhalten eine juristische Auseinandersetzung zur Folge haben."

Ende Februar ist das nächste Treffen der Vereine mit der Bürgermeisterin terminiert: "Dann müssen die Fakten auf den Tisch", fordert Werner Alderath. – Auch Ursula Kwasny hofft, dann mit den vereinen eine Lösung zu finden. Eine Übertragung in Vereinshände schätzt sie aber als "schwierig" ein: "Wir als Stadt können nur ein Gebäude übergeben, dessen Zustand einwandfrei ist." Um investieren zu können, brauche die Stadt Sponsoren – alle bisherigen Gespräche waren erfolglos.

(NGZ)