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Grevenbroich: Bündnis fordert Ersatz für die Erfthalle

Grevenbroich : Bündnis fordert Ersatz für die Erfthalle

Nach dem Abriss der Erfthalle pochen Frimmersdorfer auf eine Ersatzlösung, auf den Plan B. Doch der ist noch immer nicht in Sicht. Bei einer Bürgerversammlung im Pfarrzentrum machte das Aktionsbündnis weiter Druck.

Die Erfthalle liegt in Schutt und Asche, doch das Aktionsbündnis für deren Erhalt bleibt auch nach dem Abriss aktiv. "Bei der langwierigen und nervenaufreibenden Diskussion um die Erfthalle ist uns ein Ersatz, ein Plan B, versprochen worden", sagt Werner Allrath von der Initiative. "Doch dann hören wir nur, dass kein Geld da ist."

Bei einer Bürgerversammlung unter dem Titel "Erfthalle ade — Was ist mit Plan B, und wie soll es weitergehen" gaben die Bündnis-Mitglieder jetzt einen Überblick über den "zweijährigen Kampf um die Erfthalle". Rund 50 Besucher, darunter Bürgermeisterin Ursula Kwasny, hörten die Forderung: "Wir wollen von der Stadt endlich eine Aussage, wie dieser Plan B aussieht und wann er realisiert werden soll."

Erforderlich sei eine kleinere Versammlungsstätte mit Gastronomie für rund 200 Personen. Hierfür habe Kwasny den Frimmersdorfern auch Unterstützung durch RWE-Power zugesichert. "Doch immer wieder stehen wir vor neuen Hürden, das ist bürgerfeindliches Verhalten", machte Hans-Peter Wenger seiner Verärgerung Luft. "Selbstbewusstsein und einen geraden Rücken kann keine Verordnung ersetzen."

Weil mit Unterstützung der Stadtverwaltung kaum zu rechnen sei, habe sich das Aktionsbündnis selbst auf die Suche nach Ersatzräumen gemacht: "Wir stehen mit RWE-Power in Verhandlungen, dass wir Räume im alten Kraftwerksgebäude an der Erftstraße nutzen können. RWE ist bereit, uns zu helfen", sagt Wenger. Der Platz dort reiche nicht für alle Veranstaltungen, aber: "Es gibt von RWE zwei Vorschläge für Grundstücke, die der Stadt für den Neubau einer Versammlungsstätte zur Verfügung gestellt werden könnten." Wolfgang Maaßen vom Aktionsbündnis richtete seine Forderungen direkt an die Stadt: "Wir verlangen, dass mit Bürgern und Vereinen ein Konzept erarbeitet wird, wie ein Bürgerhaus aussehen kann.

Am liebsten sollte es in der Ortsmitte sein, wir sind aber auch offen für andere Standorte." So soll Kwasny eine Bürgerversammlung einberufen und politische Verantwortung übernehmen. Der Bürgerverein und andere Vereine, so war zu hören, sind zu Engagement bereit — etwa bei der Sponsorensuche, bei Eigenleistungen für den Bau und bei der Übernahme eines Teils der Betriebskosten. Maaßen: "Wir verlangen eine wohlwollende Prüfung und Genehmigung des Bauvorhabens — kostenlos. Außerdem eine Befreiung von Anschlussgebühren und Steuern."

Hubert Geritan informierte über das Herrichten des gesponserten Schützenplatzes am Standort der Erfthalle. "Der könnte bei schönem Wetter auch zum Treffpunkt für Jugendliche werden. Aber ohne Bürgertreff ist das auch nicht die Lösung", sagte er. "Wir haben kaum Hoffnung, dass sich in den nächsten fünf Jahren etwas ändert, was uns das Leben bei der Suche nach einer geeigneten Versammlungsstätte erleichtert."

(vest)